Fair oder feige

Harmoniebedürftig wie ich bin, habe ich ein gespaltenes Verhältnis zur Kritik. Einerseits gefällt mir selten die Holzhammermethode, andererseits mag ich auch Lobhudelei nicht. Kritisieren ist eine hohe Kunst, manche beherrschen sie und andere lassen sich von ihr beherrschen. Andrea Diener hat vor ein paar Tagen über ihre eigene Literaturkritik geschrieben. Auch darüber wie unterschiedlich die Kritik im Blog oder in der Auftragsrezension ausfällt. Im Theaterblog plädiert Claudia in ihrem Artikel Fair oder feige für die klare Ansage bei Nichtgefallen.

Mir fällt dazu ein: Feedback geben ist genauso schwer, wie Feedback annehmen.

Die Stärke in der Krise zeigen

Ich kann die Sprüche langsam nicht mehr hören: Sich an die eigenen Stärken erinnern, gestärkt aus der Krise hervorgehen, Krisen fördern die Kreativität oder die Krise als Chance begreifen.

Tatsächlich ist es doch so, dass das Schiff leck geschlagen ist und untergehen wird. Aber noch wollen das nur wenige Menschen wahrhaben. Bisher bleibt die Krise  abstrakt. Nur für die Menschen, die in der Kälte vor den Tafeln stehen, für die ist sie nicht abstrakt. Aber sie stehen ja auch schon eine Weile dort. Ganz unabhängig von der Krise. Dass es immer mehr sind und noch mehr werden, wird ganz lässig und abstrakt weggerechnet. Das funktioniert sehr gut. Und was wir nicht begreifen wollen, das dringt auch nicht zu uns durch.

Diese Krise wird uns durchschütteln. Da bin ich ganz sicher – und wir werden unser blaues Wunder erleben.

Alltägliches

Draußen scheint die Sonne, aber ich kann mich nicht aufraffen raus zu gehen. Mir ist immer so schrecklich kalt wenn ich nach draußen gehe, dabei habe ich im Gegensatz zu Violine schon ganz lange meine wollenen Strumpfhosen hervorgeholt. Wo soll das noch enden? Vielleicht sollte ich ein heißes Bad nehmen wie die Tastatur von Karin? Ich frage mich allerdings, warum sie meint, dass die IT-Spezialisten ihre Tastaturen nie baden?

Willkommen

Jetzt ist es also da: das Jahr 2010. Ich habe eine seltsame Scheu davor etwas in die Sammelmappe einzutragen. Es ist ein bisschen so, wie wenn der Schnee fällt und die ersten Fussstapfen das endlose Weiße schändet. Am liebsten wäre mir: es wäre ganz, ganz lange einfach nur das Neue Jahr. Aber morgen dreht sich das Alltagskarussell schon wieder exklusiv für mich. Dann geht es wieder weiter. Zu schlechteren Konditionen als vorher, aber noch nicht zu den schlechten Konditionen zu denen die Nachkommenden werden arbeiten müssen. Besitzstandswahrung – was für ein Wort. Wir bewahren uns den Stand unseres Besitzes – und draußen geht die Welt zu Grunde. Nun gut, das ist ein bisschen zugespitzt formuliert, aber ist es nicht so?
Mir bleibt nicht so viel Kraft und Gemüt, dass ich mich nach Alternativen umsehen könnte oder wollte. Aber ich weiß, dass es sie vereinzelt gibt: die Graswurzelbewegungen, die andere Lebensmöglichkeiten ausprobieren. Ein Hoffnungsschimmer.

Grüße an das Einhorn

Mir geht es gut und ich gehe mit einem wohligen, gemütlichen Gefühl und spannenden Zielen und Herausforderungen ins Neue Jahr. Es ist unheimlich viel passiert in diesem Jahr 2008 in meinem Leben und ich komme mir vor, als stehe ich auf einer Bergkuppe und kann das Meer sehen, die Berge, die Wolken, das Tal das vor mir liegt, die Wege, die ich schon gegangen bin, die Ziele, die ich noch erreichen will. Es ist ein schöner Moment.

Aber ich denke auch an die traurige Prinzessin auf dem Einhornplaneten, die morgen etwas zu feiern hätte. Aber der Einhornplanet ist wieder mal von seinem Kurs abgekommen, deshalb kann ich keine Leitung schalten. Falls mich ein Einhorn sieht, hört oder liest, bitte ich ganz dringend darum, meine Grüße weiterzutragen.

Mein Jahresrückblick

An meinen persönlichen Jahresrückblick hatte ich dieses Jahr schon relativ früh gedacht. Eher schlecht gelaunt und gestresst, so dass die erfolgreichen Dinge etwas in den Hintergrund gerückt sind. Das Tollste in diesem Jahr ist, dass ich mit dem fiktionalen Schreiben begonnen habe. Seit Mitte Dezember schreibe ich und bin bei über 70 000 Worten angelangt. Vor mir liegt die Kindergeschichte, die ich während dem NaNoWriMo schrieb und ein zweiter Roman über eine Frau, die für ein Jahr an das Küste lebt. Weit zurück liegt die Veröffentlichung meines dritten Buches “Muster der Menschheit” noch rechtzeitig im Jahr der Mathematik, dessen Fertigstellung – nicht das Schreiben, sondern die Arbeiten, die mit dem Veröffentlichen in Zusammenhang standen – mir so viel Nerven gekostet hatte. Mittendrin im Jahr 2008 gab es ein schönes, kleines Bloggertreffen mit lieben Bloggerinnen. Schönes Tage in Paris und am Meer und für einen jungen Mann, der mir sehr am Herzen liegt, eine neue Perspertive.

Auch bei Petra, Christian Spannagel und Alice gibt es einen kleinen Rückblick auf das Jahr zu lesen.

Ehe ich es vergesse: Wenn so viel Neues in ein Leben kommt, dann wird es auch Zeit sich von alten Zöpfen zu verabschieden. Kein alter Zopf, sondern eine gute Erfahrung war die Arbeit mit dem Verlag Neckarwiese. Dennoch wird er sich zum Jahresende auflösen und damit wird auch die Verkaufstätigkeit mit den Büchern eingestellt. Für die neuen Herforderungen, die ich mir gesucht habe, wünsche ich mir mehr Zeit und die erhalte ich durch die Auflösung des Verlags.

Bilder in der Nacht

Dans la nuit, des images

Paris in der Weihnachtszeit zu erleben ist immer etwas ganz Besonderes. An jeder Ecke lässt sich etwas entdecken und selbst die Weihnachtsdekorationen sind vielseitig und kreativ. Ich schwärme heute noch von dem flüsternden Wald der vor ungefähr zehn Jahren um das Centre Pompidou aufgebaut war. Dieses Mal war es die Ausstellung im Grand Palais “Dans la niut, des images” die mich so verzaubert hat. Ein Monster-Event nennt es das Art-Magazin und wenn es mir vorher jemand beschrieben hätte: mehr als 100 Videoprojektionen alle in einem rießigen Raum gleichzeitig – es hätte mich wahrscheinlich abgeschreckt.

So sind wir einfach den Einladungen der Plakate gefolgt. Bis zum 31.12 findet die Nacht der Bilder jeden abend bis nach Mitternacht statt. Die Atmosphäre ist einzigartig. Die Videos so unterschiedlich, der Klassiker “Der Lauf der Dinge” z.B. gut von einer Plattform aus zusehen, andere Projektionen sind am Fußboden, an den Wänden, an Leinwänden mitten in der Halle. Bei einer Projektion versuchen Kinder die auftauchenden Figuren immer wieder zu erhaschen, die Halle ist lebendig und doch nicht unruhig. Ein wunderschönes Erlebnis!

Keine Fotos

Schade, wieder keine Fotos gemacht. Wenn ich geniese und bei mir bin, vergesse ich oft Fotos zu machen. Brauche ich doch nicht, denke ich. Wofür? Ich weiß doch, dass ich hier bin und der Himmel blau oder grau oder grell oder purpur. Brauch ich doch nicht. Außerdem werde ich dann rausgerissen. Mit dem Foto vor der kurzsichtigen Nase, sehe ich dieses nicht richtig und jenes nicht gut. Brauch ich doch nicht, denke ich bei mir. Dadurch wird der Augenblick nicht schöner, die Farben nicht bunter und das Staunen geht eher verloren. Ich brauche die Fotos nicht.

Dabei sitze ich stundenlang vor den Fotos von früher. Seh mir die alte Frisur an, den geliebten Mantel, die Bank auf der wir immer gesessen sind und die Tasche, die du immer mitgetragen hast. Ich brauche sie also nicht? Die alten Fotos auf denen der Himmel so blau oder grau oder grell oder purpur scheint?

Die Sterne stehen doch nicht gut

für das Update. Nachdem ich es letzte Woche schon blutschwitzend mein Backup wieder einspielen musste, stehe ich jetzt mutterseelenallein mit meiner Startseite da. Heute morgen hatte ich schon jubiliert, aber jetzt erst merke ich, dass man außer der Startseite gar nichts mehr in der Sammelmappe anklicken kann. Es erscheit immer eine Fehlermeldung. Das kann ja heiter werden. Wenn ich ehrlich bin, ich habe keine Lust, die Fehler zu suchen. So viel Zeit geht jetzt wieder drauf.

Das gefällt mir gar nicht.

Es ist wieder frei

Seit heute ist das Mathebuch wieder freigeschaltet. Kommentarlos ist der Spuck vorbei, obwohl ich nichts verändert habe. Jetzt kann ich aufatmen, aber der Schock bleibt, dass es möglich ist, dass das Blog einfach so blockiert werden kann. Am besten ich denke gar nicht weiter nach.