Linkarmut

Linkarmut oder auch Linkmüdigkeit wird den deutschen Blogs vorgeworfen. Ob das auch für mich stimmt? Ich bemühe mich immer wieder Links einzustreuen, gerade wenn ich öfters bei bestimmten Seiten lese. Aber ungern möchte ich aus meiner  gut gemischten Sammelmappe eine gärende Linksuppe rühren. In den letzten eineinhalb Jahren lese ich kaum noch in den sogenannten Topblogs. Wirres mag ich, weil er Humor und Gefühl hat, BasicThinking überfliege ich meist, aber wenn ich Zeit habe, lese ich auch mal den einen oder anderen Artikel. Aber ansonsten ist die Anziehungskraft nicht besonders hoch. Neue Portale wie rivva verstärken mein Mißtrauen, oder besser gesagt meine Abneigung gegen die “Maschinerie der Topblogs”.

Auszug aus Rivva-About
Wie kommt (m)ein Blog in den erlesenen Zirkel?
Neue Blogs können nur nominiert werden von Blogs, die schon dabei sind. Bitte weder persönlich nehmen noch als elitär abstempeln – Peer-to-Peer-Vertrauen stellt schlicht und ergreifend das beste Qualitätskriterium dar, vor allem im Schutz gegen Spam.

So kommen sie mir nämlich vor. Wie eine Insidermaschinerie. Bei der ich nichts zu suchen habe. Ob das jetzt erlesen ist oder elitär oder sonst etwas? Mir ist es einfach langweilig. Ich will nicht über die ewig gleichen Themen diskutieren, die überall in den Medien diskutiert werden, ich mag auch nicht den ganzen Tag über das Bloggen reden. Ich liebe es Menschen kennenzulernen. Im Internet liebe ich es bloggende Menschen kennen zu lernen, die etwas zu sagen haben. Und bei denen lese ich. Gerne und immer wieder. Und wenn ihr mir noch ein paar Blogempfehlungen macht, dann werde ich auch bei denen mal vorbeischauen und sie verlinken, wenn sie mir gefallen.

Habt ihr Vorschläge für mich? Immer her damit.

Unerreichbare Kirschen

Unerreichbare Kirschen

Ich habe vorgesorgt und heute früh vor Dienstbeginn, den Kirschbaum vom Vordach aus fotografiert. Nur falls, ich heute mittag nicht mehr in der Lage dazu sein sollte. Leider schaffe ich es nicht, ein realistisches Bild von diesem imposanten Baum zu fotografieren. Aber vielleicht seht ihr auf den nächsten Fotos, dass dieser Baum wirklich sehr verlockend ist.

Kirschen am Baum

Schwarze Kirschen am Baum

Kirschernte

Schwarze Kirschen auf einem weißen Teller

Man sieht es den Kirschen nicht an, was wir heute mittag für einen Aufstand  wegen ihnen gemacht haben. Auf unserem Gelände in der Dienststelle wächst ein rießiger Kirschbaum, der voller Kirschen hängt. Wir haben von allen Seiten versucht, an die Kirschen dran zu kommen; aber er ist einfach zu groß und vom Vordach aus leider nicht zu erreichen. Obwohl die Kirschen scheinbar so nahe sind: wir kommen nicht an sie heran. Die geborgte Leiter aus der Küche hat uns wenigstens ein paar näher gebracht. Aber das war eine wackelige Angelegenheit. Sehr wackelig. Jetzt liebäugeln wir mit der Leiter von den Handwerkern. Die ist viel höher.

Suzanne

Und schon wieder lasse ich mich ablenken. Tausend Mal gehört – und immer noch berührend kitschig. Von der Sorte Kitsch, die ich ganz besonders mag. Aber jetzt sollte ich lieber wieder weiter arbeiten, der Abend ist kurz.

Allein

Heute habe ich noch einen Versuch gewagt und einen meiner lyrischen Texte aufgenommen. Wer sich den Text “allein” anhören möchte, findet ihn hier.

allein

Ich fühle mich gerade sehr allein. Völlig grundlos und ohne äußeren Anlass. Die Welt um mich herum scheint keine Lautsprecher zu haben. Alles ist leise, in Watte gepackt. Ich habe Grund mich zu freuen, aber mein Gemüt traut sich nicht. Hält mich fest, drückt mich an die Wand und schlägt die Tür zu.

Ich fühle mich gerade sehr allein. Absolut irritiert und abgestellt. Die Welt um mich herum strahlt Kälte aus. Kalt ist mir und fröstelig. Die Sonne hat sich hinterm Schloß versteckt. Lässt mich allein vorm Felsen sitzen.

Ich fühle mich gerade sehr allein. Und wollte doch einen Freudentanz tanzen. Ein Freudenfeuer anzünden und ein Freudenfest feiern. Aber meine Seele traut sich nicht. Will die Geister nicht wecken, sie nicht aufmerksam machen.

Ich will allein sein mit meinem Glück. Zu zweit – allein.

Ich fühle mich noch mal allein. Mit ganzer Seele, von ganzen Herzen – nur einen Augenblick.

Auf der Suche nach einem passendem Geschenk

Es gibt eigentlich nur einen Menschen von dem ich gerne ein Geschenk annehme. Wenn ich mich noch selbst dazu rechne, dann gibt es sogar zwei. Obwohl ich selbst gerne etwas verschenke, mag ich die kulturelle verordnete Pflichtschenkerei überhaupt nicht. Zur Abschreckung potientieller Schenkender habe ich mir extra einen Gedächtnisschrank zu gelegt, in dem ich die drei unsinnigsten Geschenke aufbewahre, die ich jemals erhalten habe. Seitdem bekomme ich tatsächlich deutlich weniger Geschenke und wenn schon, dann welche, die ich gut gebrauchen bzw. verbrauchen kann.

Jetzt bin ich wieder mal auf der Suche nach einem passenden Geschenk für mich und siehe da: Ich bin auf den Schriftsteller Giwi Margwelaschwili gestoßen. Sein Name ist so schwer, ich kann ihn mir einfach nicht merken. Wahrscheinlich müsste ihn mir jemand mindestens 30 mal vorsagen, ehe ich ihn mir merken kann. Aber als Stichwort genügt ja auch Giwi. Das lässt sich machen.

Filmreif

Ein Film über eine Heldin – eine moderne Madonna – braucht einen tragischen Helden. In der Geschichte um Ingrid Betancourt und ihre Befreiung wird wohl ihr Lebensgefährte Juan Carlos Lecompte diese Rolle spielen müssen. Schade, wenn ich an all seine Aktionen der letzten Jahre denke. Aber irgendwie auch klar, wenn man sich die Familie Betancourt genauer ansieht. Es ist eine dieser Familien, wie es sie nur in Lateinamerika gibt. Mit Geld, Macht und Einfluß. Welches katholische Kind bekommt schon seine Kommunion vom Papst persönlich? Da passt Juan Carlos so gar nicht rein.

Für den Film hätte ja schon die Geschichte der beiden früheren Freundin gereicht, die sich im Dschungel zerstritten haben und die Schwangerschaft und die Geburt des kleinen Emanuels – und zwischen Vergewaltigung und romatischer Beziehung zum Guerillero – hätten die Geldgeber entscheiden müssen, schließlich tragen sie das wirtschaftliche Risiko.

Aber so – mit der im Dschungel gestorbenen Liebe – bekommt der Film dann doch wieder diesen Schuß Lebensweisheit: Wer sich für die Karriere entscheidet, muss auf die Liebe verzichten. So ist es nun mal das Leben: Filmreif.

Liebeslaubengefühle

Morgengymnastik

Nachdem ich gestern die Fensterputzer so fasziniert bei ihren akrobatischen Übungen beobachtet habe, dachte ich heute morgen daran, dass ich das ja auch schon lange nicht mehr gemacht hatte.

Also habe ich mir meine Pflanzen geschnappt, bin aus dem Bürofenster gestiegen und habe ein geschütztes Plätzchen für sie auf dem Vordach gesucht. Aber ich gebe zu, ganz so akrobatisch sah das Ganze dann doch nicht aus.

Klicken

Heute bin ich müde. Sitzungserschöpft. Da käme ein abendliches Bad im See wie Audrii es liebt gerade recht. Da aber kein Bus an den Waldsee fährt, bleibe ich hier und klicke mich durchs Internet.

Die Wandereule hat ein neues Projekt ins Leben gerufen. Es geht um Frauengeschichte und Frauenprojekte: “Wer an diesen Themen interessiert ist, kann sich anmelden und gemeinsam Bücher schreiben, in Foren diskutieren, ein eigenes Blog anlegen oder Artikel verfassen.” Klingt ähnlich interessant wie das Frauenwiki, das sie schon seit Jahren pflegt.

Piri schaut dem Fensterputzer beim Gibelfenster putzen zu. Das habe ich heute während der Sitzung auch gemacht, weil die Fensterputzer im Gebäude gegenüber abenteuerliche Akrobatik bei Putzen der Außenscheiben an den Tag legten.

Die Rezitatorin zeigt Mannheim-Fotos, die ihr in der Sammelmappe nie zu sehen bekommt. Dabei ist Mannheim doch meine Herzensstadt. Jeder sieht Orte mit den eigenen Augen. Meine sehen die Industrie, den Neckar und den Rhein – und die Menschen. Mannheimer Menschen hört man allerdings eher, als dass man sie sieht.

Bei Monfiwi hatte ich schon länger nicht mehr gelesen. Ein Versäumnis wie ich jetzt sehe.