Titelbild der Zeitschrift Philosophinnen mit schwarzem Hintergrund und Zeichnungen verschiedener Philosophinnen aus vielen Jahrhunderten
Nicht nur inhaltlich, auch das Format gefällt mir gut. Es gibt Menschen, die das Äußere für unwichtig halten, aber da gehöre ich nicht dazu. Wenn ich schon Papier in der Hand halte, dann sollte das auch handlich und angenehm sein.
Nicht mal lange suchen musste ich in der Bahnhofsbuchhandlung, es gab so gar einen kleinen Stapel.
Und eine kleine unangenehme Erkenntnis meinerseits: ich bin fast nicht mehr gewohnt für meinen Lesestoff zu zahlen. Hab mir richtig schwer getan, den Geldbeutel locker zu machen, denn sonst lebe ich doch unbeschwert in einer Welt der öffentlichen Bücherschränke, der Leihbüchereien und der Onleihe. Ressourcen gemeinsam nutzen, das klappt bei mir am besten im Bereich des Lesestoffs.
Noch mal zum Heft: mich spricht es sehr an, dass die Artikel übersichtlich, informativ und nicht zu ausführlich sind. Die Zeitleisen helfen mir beim Einordnen der Themen. Für Expertinnen ist es wahrscheinlich etwas zu oberflächlich.
Aber eine Frage hätte ich noch: Warum um Himmelswillen würde der Artikel zu Virginia Woolf mit einem Foto von Vita Sackville-West bebildert?
Umsonst halte ich Ausschau nach dem Bahnhofsklavier. Es ist nicht hier. Die Weihnachtsdeko wird vorsorglich aufgebaut. In welchen Kammern sie wohl den Rest des Jahres ruhen mag?
Die Lichter müssen noch warten. Die Spannung steigt. Am Ende des Tunnels steht immer ein Tannenbaum. Geschmückt mit Wünschen, Gaben und Glitzerkram.
Lange Zeit dümpelte das Thema „Digitale Gewalt gegen Frauen“ vor sich hin. Die betroffenen Frauen blieben alleine mit ihren Problemen. Die etablierten Anlaufstellen für Gewalt gegen Frauen kannten sich mit den digitalen Werkzeugen nicht aus und die Menschen, die sich mit Spyware und anderen aggressiven Programmen auskannten, verstanden die sensible Situation der betroffenen Frauen nicht.
Aber langsam lässt sich die Problematik nicht mehr unter den Tisch kehren. Häusliche Gewalt steht immer häufiger auch mit digitaler Gewalt in Verbindung. Gewaltbereite Partner und Ex-Partner installieren Apps auf den Computern oder den Smartphones, die die Frauen ausspionieren. Sie zeigen den Aufenthaltsort, schneiden die Mails, Chats und die Passwörter mit, machen Audio- und Videoaufzeichnungen. Es ist richtig gruslig. Manchmal wird die Stalkerware auch über die Handys der Kinder aktiviert. Menschen mit einem Gewaltproblem sind in dieser Hinsicht recht erfinderisch.
Lebensticker *** nachdrücklich gefilterte Fotos *** verfilterte Fotos *** Nachdenken über das vergangene Wochenende *** Sorgenteufel *** Kalender-Schieflage *** verkriechen *** Bedürftigkeit *** eins nach dem anderen *** die Wahrheit verbirgt sich geschickt *** Geduld, Geduld *** von Anfang an *** nie wird irgendetwas gut *** sie vermisst die Sonne *** schmerzhafte Lesegrenze *** inneres Lächeln *** eine handvoll Glück ***
Ich bin die Königin der Zweiflerinnen. Weiß seit meiner Kindheit um die Kraft des Zweifeln und kenne ihre dunklen und düsteren Ecken ganz genau.
Es stimmt schon, es braucht Mut zum Zweifeln, denn sie fallen unangenehm auf in einer Welt der Eindeutigkeit.
Mittlerweile bin ich eng mit meinen Zweifeln verbunden, meistens höre ich auf sie, aber von Zeit zu Zeit bitte ich sie nachdrücklich sich eine Auszeit zu nehmen.
Blick entlang den Baumstämmen der Inheidener Straße im Dunkeln, das künstliche Licht der Straßelaterne taucht die Bäume und das Gras in ein leuchtendes Gelb, am Boden Herbstlaub
Jeden Morgen aufs Neue, auf die Reise gehen. Auf der Suche nach Zeitgeschenken.