Aufschrei

Der Twitter #aufschrei gegen Sexismus im Alltag hat es über Nacht in die Medien gebracht.

Danke, Nicole.

Nervig sind die immer gleichen Reaktionen auf die, die aussprechen was passiert und ihre Ächtung. Hauptsache an der Masche wird nicht gerüttelt. Was seid ihr denn aber auch so empfindsam?
Ja, wir sind empfindsam. Jeden Tag und jede Nacht. Und wir kennen alle diese Anlässe, dies Vorfälle, diese Geschehnisse. Aber nur als einzelne, nur im Persönlichen und privaten Bereich. Heute Nacht wurde daraus ein Medienereignis. Ob daraus endlich auch eine gesellschaftliche Diskussion wird? Eine ernsthafte? Eine nachhaltige?

Nele macht Schluss mit der scheinheiligen Empörung.

Aufschrei der Femgeeks

Antje Schrupp erklärt in diesem Zusammenhang wie Lappalien relevant werden.

Obwohl für uns – die Belãstigten – die Lappalien ja schon immer relevant waren. Ist ja weder besonders schön immer damit rechnen zu müssen, dass soetwas passiert, noch zu wissen, dass du so angegangen wirst, wenn du darauf bestehst nicht sexistisch behandelt zu werden.

Am besten auf den Punkt gebracht hat das der hessische FDP-Justizminister Jörg-Uwe Hahn, der mit dem Satz zitiert wird: ”Diese Geschichte ist ein Tabubruch. Wer es nötig hat, so etwas als ‘Story’ zu verkaufen, hat sich von seinem Chefredakteur vor den schmutzigen Karren spannen lassen.”

Solche öffentliche Reaktionen sind aus meiner Sicht noch schlimmer als die sexistischen Übergriffe. Mit diesen Reaktionen soll uns gezeigt werden, „wo der Hammer hängt“. Ganz weit oben, wo ihr mit euren Lappalien-Gejammere nicht landen könnt.

Nachtrag:
Die naiven Scheuklappen abgelegt
Tragt den Aufschrei auf die Straße
Frau Auge, die manchmal denkt, sie sei zu freundlich gewesen
Anke Domscheit-Berg im Interview mit N24 zum Thema Sexismus im professionellen Umfeld und Ausnutzen eines Machtgefälles

Der Aufschrei wird international #outcry #assez

Beschäftigtendatenschutz

Es gibt jetzt eine Petition gegen den Gesetzesentwurf zum Beschäftigtendatenschutz, der am 1. Februar verabschiedet werden soll. Ihr erinnert Euch: Offene Videoüberwachung am Arbeitsplatz soll für alle Arbeitgeber erlaubt werden. Die schöne neue Arbeitswelt lässt grüßen.

Sexismus bis zum Anschlag

Wegducken und nicht zu den eigenen Fehlern stehen. Was erwarten wir auch anderes von Männern wie Herrn Brüderle?

Ich hab keine Worte mehr, die meinen Frust, meine Abscheu und meine Verzweiflung akkurat wieder geben könnten.

Das Spaß-Patriarchat

Ich meine aber, dass wir inzwischen darüber hinaus sind, dass wir dringend andere Bilderwelten in unsere Köpfe bringen müssen. Ich wünsche mir Geschichten, die eine andere Art von “starken Frauen” featuren: Frauen nämlich, die unter den Bedingungen des Post-Patriarchats ihren Weg gehen, die in dieser Hinsicht phantasiereich sind, Szenarien und Strategien entwerfen.

aus dem Artikel von Antje Schrupp

Das Schloss im Schnee

Immer wieder faszinierend: das Weilburger Schloss im Schnee oder einfach „der Blick aus meinem Fenster“.

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Das Leben erleichtern

50 Beispiele, die das Leben erleichtern.

Deutschland, deine Infrastruktur

Deutschland, deine Infrastuktur ist ein gut gepflegter Mythos. Dass du das mit dem Breitbandausbau nicht hinbekommst, das wissen wir ja schon seit langem. Trotz Versprechungen, die immer wieder erneuert werden. Aber deine öffentlichen Verkehrsmittel fährst Du seit neuestem im Warm-Duschler-Modus. Was soll das?
Es weht ein Lüftchen: Der Zugverkehr wird eingestellt. Es ist -1 Grad, die Straßenbahnen fahren nicht mehr. Heute morgen: Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die fuhren dann auch nicht mehr wegen Eisglätte.
Ich bin 50 min auf ungestreuten Fußgängerwegen gelaufen und kein einziges Mal gerutscht. Macht nichts: Vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste. Aber he! Ich bin die Angsthäsin.
Wie, liebes Deutschland, willst du die braven Arbeitnehmerinnen zur Arbeit bringen in den nächsten Tagen.

Es ist Winter. Er kann noch ein bisschen dauern. Aber wahrscheinlich wird noch ein transparenter Krisenverursacher gesucht. Bzw. er ist schon gefunden und muss jetzt nur noch ein bisschen gehegt und gepflegt werden.

Wir sind doch das Land der Mythen und Märchen.

Die Poesie

Die Poesie hat sich verkrochen. Irgendwohin, wo ich sie nicht finden kann. Nicht der leichteste Hauch einer lyrischen Stimmung.

Jetzt jetzt es ruhig bleiben und warten, damit sie nicht sofort erschrickt, wenn sie wieder zur Tür eintritt.

Kulturtechniken und Technikkultur

Heute Vormittag habe ich Anne Roth und Antje Schrupp im Online-Talk gelauscht. Kulturtechniken und Technikkultur war das Thema. Jede einzelne von den beiden ist schon super, aber die beiden zusammen in einem Talk ist etwas ganz besonderes. Die beiden Übersetzerinnen, die so überlegt, gut vorbereitet, unaufgeregt und überzeugend in die Themen eindringen.

Bei dem Talk und auch bei einigen Artikeln zum Thema Netzpolitik und Frauen zucke ich jedes Mal zusammen, wenn das Zitat der Sammelmappe mit dem Stallgeruch erwähnt wird. Als ich es aufschrieb, schien es mir, als erkläre es in einem Bild, das was ich anders schwer ausdrücken konnte. Es passte einfach. Jetzt, wo das Zitat in der Netzwelt wandert, zucke ich, weil ich gemerkt habe, dass für viele Menschen riechen negativ besetzt ist. Das war mir vorher nicht so klar gewesen.
Etwas beruhigt war ich dann wieder als Jürgen Kuri über das Heise-Forum sagte, es stinke. Der Unterschied zwischen riechen und stinken ist zum Glück doch noch einigen Menschen bekannt.

Internet Freedom Day

Ein Jahr ist es jetzt her seit die Webseiten aus Protest gegen SOPA schwarz blieben. Am 18. Januar 2012 ging die Wikipedia offline und mit ihr viele andere Seiten. Von diesem Protest ging der Schwung weiter und führte zu den erfolgreichen ACTA-Protesten in Europa.
Aber was ist jetzt?

Heute ist jedenfalls Internet Freedom Day.