Der Lauf der Dinge

R.I.P David Weiss
Fischli/Weiss gelten als wichtigste Künstler der Schweiz, das Duo erhielt für seine subtil ironischen Werke zahlreiche internationale Preise. Jetzt ist David Weiss im Alter von 65 Jahren gestorben.


Wer es noch nicht gesehen hat: unbedingt nachholen. Es ist so genial!

Das Meer in mir

Das Meer in mir

Was für ein grandioser Film! Ich wollte ihn mir immer mal ansehen und bin nie dazu gekommen. Diese Woche lief er dann auf Arte und es gab Tränen bei mir. Nach fast zehn Jahren immer noch heiße Tränen. So wie Ramón Sampedro hat sie auch immer gelächelt. Es war übermächtig, dieses Lächeln und wir alle wußten nicht, woher sie die Kraft zum Lächeln hernahm. Amyotrophe Lateralsklerose ALS. Kein Entkommen, kein Entrinnen. Es ging nur noch darum, dem Leben Zeit abzuringen und zum Schluss Abschied zu nehmen. Ramón Sampedro hat länger Abschied genommen. Wir hatten insgesamt nicht mal zwei Jahre und das erste Jahr ging vorbei, bis die Diagnose bekannt war und wir sie auch akzeptiert hatten.

Was war das für eine Zeit! Jeder Tag war voller Leben und Herausforderungen. Alltag gab es nicht mehr. Nur Ausnahmesituation und jede Minute das Gefühl, dass eine starke Frau uns etwas vorlebt, was ein Schatz für unser Leben sein wird.
Wenn ich das nicht erlebt hätte, dann hätte ich den lächelnden Ramón Sampedro vielleicht als überhöht abgetan. Als theatralisch empfunden. Gibt es das tatsächlich? So starke Menschen, die so viele andere unterschiedliche Menschen miteinander verbinden? Es gibt sie.
Das weiß ich. Ich habe es erlebt und in mein Herz eingebettet.

Es gibt ein Band, das der Tod nicht trennen kann. Liebe und Gedanken bleiben.

Wochenende

Auf der Lahn bricht ein Super-Sonnen-Wochenende an. Ein langes Wochenende mit Brückentag, die Menschen stehen überall Schlange. Beim Bootsverleih, am Fahrkartenschalter und in der Post zum Geld abheben. Freizeit eben.
Ich bin nach dem Tag der Verluste immer noch ein bisschen orientierungslos. Obwohl alles soweit geregelt ist, soweit es im Moment sein kann. Innerlich bleibt aber eine Unruhe. Wie schnell ich aus dem Takt zu bringen bin.
Für Aufheiterung sorgen Mails, die mit Hilfe von Siri aus der Kneipe an mich geschickt werden. Da kommen Texte heraus, die mich zielsicher zum Schmunzeln bringen.

War noch was? Immer wieder werden meinen Gedanken unterbrochen von dem Gefühl etwas vergessen zu haben.

Ach ja: die Gesundheitskarte. Natürlich habe ich mich wieder nicht rechtzeitig informiert. Ich soll jetzt also eine mit Bild bestellen. Wahrscheinlich habe ich jetzt keine Chance mich dem entgegen zustellen, denn die ist ja auch weg.

Republica naht

Hab immer noch keinen Plan, was ich mir bei der republica unbedingt anhören will. Ein Blick auf das Programm endete mit einem leichten Schwindelanfall meinerseits. So viele Angebote!
Und dann ist mir das letzte Jahr noch in Erinnerung, da musste ich meine Planungen immer wieder umstellen. Von den ursprünglich angepeilten Sessions blieben vielleicht ein Drittel übrig. Bei den anderen bin ich dann ausgewischen.

Nun ja. Noch ein Arbeitstag und dann geht es los. Ich muss nur noch das Fahrkartenproblem lösen und dann kann es losgehen. Aber vielleicht mache ich es dieses Mal einfach so, dass ich alles auf mich zukommen lasse. Gehöre ja jetzt schließlich zur 50+Generation.
Da ist es vielleicht an der Zeit, die Gewohnheiten zu wechseln.

Wochenend-Einstimmung

Die Verluste verarbeiten

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nichtmeineministerin

Über 17.000 Menschen haben einen Offenen Brief an Bundesministerin Kristina Schröder unterschrieben – und der Zulauf hält an.
Die Kritik an Schröders Buch, ihren Positionen zum Betreuungsgeld und ihrer aktuellen Frauen- und Familienpolitik wird immer größer. Bündnis plant Übergabe an Ministerin

(Berlin, 26. April 2012) Der Druck auf Bundesministerin Kristina Schröder wird immer größer. Innerhalb weniger Tage haben über 17.000 Menschen einen Offenen Brief auf der Internetseite nichtmeineministerin.de unterzeichnet, der sich gegen Schröders Buch, ihre politischen Positionen zu Quote und Betreuungsgeld sowie ihren Rundumschlag gegen „Feministinnen“ wendet.
„Wir fühlen uns von der für Frauen- und Familienpolitik zuständigen Ministerin Kristina Schröder nicht vertreten“, schreiben die Kritikerinnen und Kritiker – unter denen sich viele prominente Persönlichkeiten befinden. „Kristina Schröder lässt uns mit unseren strukturellen Problemen alleine und tut sie als individuelle Probleme ab“, heißt es an anderer Stelle. Read the rest of this entry »

Der Tag der Verluste

Zum Glück war es nur der Tag der materiellen Verluste und nicht der ideelen. Aber materielle Verluste gehen mir auch ganz schön an die Nieren. Ich, die ich schon auf den Verlust meines Radiergummis leicht panisch reagiere.
Nun ja, hätte schlimmer kommen können. Das passt fast immer und stimmt in diesem Fall. Es hätte schlimmer kommen können. Trotzdem war ich heute morgen schweißgebadet und selbst jetzt bin ich noch nicht so richtig bei mir.
Alles weg. Geld, Karten, Papiere – was der Mensch so braucht um sich wichtig zu fühlen. Am Dienstag will ich auf die republica, der Fahrschein ist nicht mehr gültig, was wird aus der Reservierung. Eine Frage treibt die nächste.

Richtig gut in der Situation: die vielen Menschen, die mit helfenden Händen beiseite stehen. Der erste war der, der den Bahnsteig fegt. Herzlichen Dank sag ich hier in den Raum hinein – zu ihm habe ich es natürlich auch gesagt.

Vielleicht taucht das Zeug ja wieder auf. Vielleicht.

Ungeübt

Tag um Tag
mit dem Schlaf
gekämpft
mich selbst
übermannt
ungeübt in
Kampfestechnik

Betreuungsgeld

Betreuungsgeld für die Guten

Das passt schon alles irgendwie ins Bild.

Nicht zu viele Gedichte

Nicht zu viele Gedichte, rate ich mir selbst ab und zu. Nicht zu viel Lyrik und Poesie hintereinander in der Sammelmappe. Das mag niemand lesen, das ist zu anstrengend und schreckt die Leserinnen und Leser ab. Aber manchmal lebe ich doch nur in Gedichten! Da ist die Poesie der einzige Lichtblick in dieser kargen Allerweltsumgebung. Ein anstrengender Tag, eine durchwachte Tag, unnötiger Ärger und die geballte Ladung Aggression – da hilft nur noch die Poesie.

Menschen, die es schaffen, so ganz ohne Kunst zu leben, kann ich nur schwer verstehen.