Wolfgang Herrndorf hat den Buchpreis der Leipziger Messe verliehen bekommen. Für den Roman Sand. An dem laufe ich seit Tagen oder besser gesagt Wochen vorbei. Vorbei an den Stapeln und kucke aufmerksam, ob sie auch hoch genug sind. Sie sind es, jedenfalls die, die in den Bahnhofsbuchhandlungen liegen, denn das sind die einzigen Buchhandlungen, die ich von innen sehe.
Ich gehe vorbei, weil ich den Inhalt fürchte. Die Gewalt, die Folter, die mich vielleicht erwarten könnte. Die ich erahne aus den Andeutungen, die er in seinem Blog machte.
In einer Beilage zu einer Tageszeitung meinten ein paar Verlagsmenschen er schriebe ein Blog über sein Sterben.
Sind die denn blöd, dachte ich mir.
Verstehen die denn nicht? Er schreibt ein Blog über sein Leben!
Ich träume. Mal wieder. Immer wieder von neuem. Immer wieder auf Anfang. Immer wieder von vorn, obwohl das Leben doch voran schreitet – immer weiter voran. Ich werde grau, die Jahre vergehen, die Gefühle verändern sich – und bleiben doch gleich. Eine Binsenweisheit am eigenen Körper ausgelebt, die Liebe bleibt immer ein Thema. Schon wollte ich schreiben: nur sie verletzt nicht mehr so sehr – in dem Augenblick, war mir klar, was das für eine Lüge wäre.
Die Liebe nimmt eine andere Gestalt an – nein, sie ist immer noch wie früher. Sie geht ihre eigenen Wege. Sie nimmt sich ihren Teil.
Love hurts.
Immer noch und immer wieder – aber mit den Jahren gedämpft wie durch ein Plüschkissen, möchte ich schreiben. Das ist die Wahrheit, aber die andere Seite der Wahrheit ist dass sie mehr schmerzt. Sich durch mein Leben bohrt. Ungnädig, unbarmherzig, unausweichlich.
Ich befürchte schon, es wird nie enden. Immer weitergehen. Immer und immer weiter.
Love hurts.
Solange ich lebe.
bitte nicht
einigeln!
es ist zu früh
für den Winterschlaf
und zu ernst
für die Totenstarre
+++ Montag früh und gute Laune +++ die Ideen gehen aus +++ beim Wundern hilft Kopfschütteln ungemein +++ Silber schmückt den Hals +++ Last wird mit links getragen +++ die frohe Botschaft kommt per Mail +++ Gedanken verirren sich +++ spontane Steuerformular-Aktion +++ feuchte Tücher trocknen keine Tränen +++
„Regelt euren Scheiß jetzt endlich mal“
Die Hamburger Hip-Hop- und Electro-Band Deichkind protestiert auf ihrem Facebook-Profil gegen die Sperrung ihres Musikvideos zum Song „Leider geil“ auf Youtube. Der Eintrag wurde bereits mehr als 20.000 mal geliked.
zum Artikel bei Golem
oder dem bei Netzpolitik
ich reiß mich
selbst in Stücke
steh auf einem Bein
will nicht tanzen
können
dreh mich doch
im Kreis
We are Anonymous: Die Maske des Protests – Wer sie sind, was sie antreibt, was sie wollen

We are Anonymous - Cover
Bin schon fast durch mit der Lektüre und ganz angetan. Es stimmt: Viele Informationen kannte ich und einiges war auch ausführlich in den letzten drei Jahren in den einschlägigen Medien zu lesen und zu sehen, trotzdem ist so eine kompakte Zusammenfassung nochmal eine andere Qualität.
Es ist schon faszinierend, wie aus einer Form der Gruppendynamik sich solche Gruppierungen finden und wieder verlieren.
Es wird spannend werden, die nächsten Jahre. Aber die Mächtigten haben aufgerüstet. Sie lassen die Ketten klirren und schießen mit Kanonen auf die Spatzen. Sie sind einfach zu frech, die Spazen.
We are Legion. We do not forgive. We do not forget. Expect us.
Die Politik beschwert sich über das Volk. Die Tröten haben ihnen nicht gefallen. Dem Volk hat eine Zeremonie nie gefallen, die an die Nazis erinnert, überzogen militärisch ist, viel Geld kostet und jemandem galt, der sein Amt zur Selbstbedienung benutzt hat.
Wenn den Politikern ihr Volk nicht gefällt, dann können sie sich ja ein anderes suchen, sagte schon Bert Brecht. Immer die Sicherheitsstandards hochschrauben ist doch langweilig.