Lebenswert

Mir geht es gerade so richtig rund herum gut. Mein Leben brodelt in Literatur. Meine Gefühle schwelgen in Poesie. Meine Liebe suhlt sich in Verklärtheit.

Sehr intensiv: das Gefühl zu leben.
Weit weg: der Druck und die Last der Arbeit.
Das liebe ich an diesen freien Tage: dass ich nicht ständig im Kopf haben muss, was geschieht in meiner Abwesenheit dort.
Gestern habe ich einen Teil des Textes vom Novemberschreiben überarbeitet und war sehr angetan von den Textstücken. Vielleicht liege ich falsch, aber mir kam es so vor als seien es die besten Prosasachen, die ich je geschrieben habe. Wahnsinn, was ich in den letzten Wochen so geschultert habe. Im Alltag geht das oft so in der Mühle unter. Wenn ich dann noch daran denke, dass es mir gesundheitlich und körperlich auch nicht immer so durchgehend gut ging, war das eine erstaunliche Leistung.
Wäre schön, wenn ich daran anknüpfen könnte im neuen Jahr.

Was ein wenig ungewohnt ist, ist dass sich Literatur und Leben vielleicht einen Hauch zu sehr vermischen, aber das kann ich offensichtlich nicht ändern. Da habe ich etwas in Bewegung gesetzt, das ich nicht mehr stoppen kann. Nicht mal ein Warnschild aufstellen kann ich. Nur hier in der Sammelmappe: Vorsicht Literatur! Steht da drauf.

Mit dem Messer in der Hand

immer wenn ich ein Messer in der Hand habe ahne ich die Abgründe in mir – vielleicht koche ich deshalb so ungern

Das sind jetzt so gar keine weihnachtlichen Gedanken, aber da ich ja kein Weihnachten feiere, darf ich sie mir leisten. Es ist wirklich wahr: ich würde es hassen, wenn ich wüsste, dass es in der Wohnung in der ich lebe ein richtig scharfes Messer gibt. Obwohl – oder vielleicht auch gerade weil – ich so eine strikte Anhängerin der Gewaltlosigkeit bin, bin ich mir meiner seelischen Untiefen sehr bewusst.
Es heißt ja: wer lieben kann, kann auch hassen. Obwohl ich das selbst nicht so ausdrücken würde. Wer lieben kann, kann auch verrückt werden, vor Liebe, Sehnsucht, Eifersucht und all diesem Kram.
In meinem Lebenskrimi käme dann nur das Messer in Frage, die einzige wahre Waffe, um der überhitzen Liebe entgegenzutreten.

Ich bin ja, schon wieder friedlich und friedfertig.

Gefangen

Wer die Aufseher in diesem Gefängnis sind, hat sie nie herausgefunden. Wahrscheinlich funktionierte das Gefängnis nur, wenn sie alle gleichzeitig Aufseher und Gefangene waren. Bestimmt war das der Trick dabei und auch der Grund dafür, das der Mechanismus über so viele Jahre hielt.

Weihnachtshimmel

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Fensterblick

Weihnachtsbild

Das Weihnachtsbild im SPON dieses Mal von der schönste aller Inseln.

Weihnachten auf der isla volante

Früher

Es gab eine Zeit, da lauschte ich wie gebannt dem Radio. Aus jedem Lied versuchte ich eine Anleitung herauszuhören, wie ich das Glück und die Liebe in mein Leben hineinziehen könnte.

Wir beide

ich halt dich fest
bind dich mit meinen Blicken
spinne ein Netz

das du dann doch
zerreißt

Nachtgedanken

Immer wieder schön: Menschen, die einem mit einem einzigen beruhigenden Satz, die ganze Last von den Schultern nehmen.

EMMA-Verbrennung

Mit einer EMMA-Verbrennung hätte das ja jetzt nicht enden müssen – wenn es nach mir ginge. Bei den Piraten sieht das halt etwas anders aus. Nicht weil die meisten Piraten das gut finden, sondern einfach weil es da immer wieder Menschen gibt, die sich für außerordentlich originell halten und dabei doch einfach an einer Pubertätsneurose leiden.

(Ich nehme das sofort zurück: Das wäre ja Altersdiskriminierung.)

Lebensassoziationen

Noch ein Arbeitstag vor dem großen Fest der Freiheit. Der Koffer sollte längst gepackt in der Ecke stehen. Denke viel über Freundschaft nach. Freundschaft hat viele Facetten. Mehr als üblicherweise herangezogen werden. Mein erster Weihnachtswunsch geht nie in Erfüllung, das liegt daran, dass mein Wunschzettel immer verloren geht. Mein zweiter Wunsch heißt Glück, Liebe und Sex (damit verrate ich Euch heute mal eins meiner Geheimnisse) der ist den letzten Jahren immer in Erfüllung gegangen. Hab in den letzten Wochen ein tiefes Bedürfnis nach Kitsch und Sehnsucht. Vielleicht auch eine der Nebenwirkungen der Wechseljahre – oder ein Zeichen von Überspanntheit.
Schreibe schon seit Wochen an einem Liebestext, wahrscheinlich für den Papierkorb. Vielleicht aber auch für die Seele.
Denke wieder über Freundschaft nach.

Wünsche mir mehr Traumtänzerinnen in dieser Welt.