Schatten

Es gibt so viele banale Wahrheiten. „Wo viel Licht ist, ist viel Schatten.“  zum Beispiel. Aber auch: „Keine Rosen ohne Dornen“

Je älter ich werde, desto fadenscheinischer wirken die Sprichwörter auf mich. Für alle Fälle gibt es ein geeignetes und meistens geht es einfach darum, dass das Leben möglichst einfach weiter geht. Es ist hinzunehmen, das Leben. Anzunehmen. Mit all seinen Besonderheiten. Wenn es schwer und traurig wird, dann ist die Tragödienrolle dran. Wen’s erwischt, der hat sein Beutelchen zu tragen. Am Besten zu unserer aller Ehren, damit wir ein wenig mitseufzen können. Ein wenig Schwermut in uns aufnehmen, um uns dann umzudrehen und uns wieder unserem Leben zuzuwenden.

Jede nimmt die Karte, die ihr das Leben austeilt. Und wehe: jemand schmeist die Karten hin!

Das mögen wir gar nicht. Überhaupt nicht. In unserem Lebenstheater sind die Rollen festgelegt. Oder doch nicht?

Wahrscheinlich nicht. Es ist einfach ein Szenario, das ich erfunden habe.

Mein WM-Tipp

Ich hab auch getippt. Im letzten Moment noch abgegeben. Jeder einzelne Tipp die reine Inspiration. Das kann nur schief gehen.

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Nacht

Nacht
ist noch nicht eingebrochen
nicht ins Leben
noch am Herzen

Nacht
wird vom Tag verdrängt
vom Traum bewältigt
nicht nur heute

Nacht
bleibt dunkel stecken
oder läßt die Sterne blitzen
vor schwarzem Hintergrund

Nacht
gibt es alle Tage wieder
zieht den Schleier drüber

verbirgt mein Leid

Die Schwachen

Wer sind die Schwachen? Wer bestimmt, wer schwach ist und wer stark? Wer sind wir und wer sind die anderen? Ich bin manchmal schwach. Zum Glück nicht mehr wirtschaftlich, aber oft körperlich. Manchmal auch mental – wenn man das so nennen kann. Träumerinnen sind angreifbar. Verletzbar. Verletzlich passt an dieser Stelle vielleicht besser.

Die politischen Ereignisse der letzten Wochen lösen Ohnmacht bei mir aus. Es ist wie ein Tagtraum, den ich schon so lange geträumt habe. Warum sehen so wenig Menschen, die doch angeblich immer so fest auf dem Boden der Tatsachen stehen nicht wohin die Reise geht?
Warum nehmen nicht ein paar Menschen, die nächste Abzweigung? Schließen sich einer anderen Reiseleitung an?
Es gibt andere Lebensmodelle. Einige.
Es gibt andere Lebenskonzepte. Verschiedene.

Das Lager der Narren

vielleicht ist es mir zu lange gelungen
geheim zu halten
dass ich eines Nachts
klammheimlich
vor lauter Lachen
ins Lager der Narren
gekugelt
bin

Personalrat

Personalratsarbeit ist schwierige Arbeit. Mühselige Arbeit, streßig und sie fordert die ganze Persönlichkeit. Ist es das wert? Ab und an frage ich mich das. Aber sofort denke ich: Klar ist es das wert! Jeder Milimeter, den wir Raum gewinnen ist es wert.
Die Gesetze werden immer weiter aufgeweicht. Aber noch gibt es die Mitbestimmung. Noch. Und leider nur für wenige.
Mehr als Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Jobs werden schon nicht mehr nach Tariflohn bezahlt.

Wir driften immer weiter ab. Aber wo werden wir landen?
Wahrscheinlich gar nicht in der nächsten Zeit. Wir sind in die Stromschnellen geraten und die trudeln und sprudeln und reißen uns mit.

Ich mag nicht

Ich mag keine Nachrichten kucken und mag nicht nachsehen, was die Koalition am Wochenende alles ausgeklügelt hat. Es kommt wie es kommen muss. So wie es schon die ganze Zeit abzusehen war.

Auf identi.ca schrieb der Bembel
#Merkel hat mal gesagt, plötzlich standen die Banken vor der Tür und wollten Geld, sonst kracht’s – was, wenn mal das Volk vor der Tür steht

Ja, was wäre dann? Wir werden es wohl nie erfahren, weil das Volk sich nicht aufraffen wird. Wahrscheinlich gibt es das Volk gar nicht mehr. Ich habe es jedenfalls lange nicht gesehen.
Ihr?

Was ist ein Druckertreiber?

Gerade bin ich zu Hause angekommen. Müde, erschöpft und voller Eindrücke vom finet-Treffen in Hattingen.
Dieses Video muss ich euch sofort zeigen.

Was ist ein Druckertreiber?

Hacker versuchen zu erklären, was ein Druckertreiber ist. Das Video wurde Anfang 1990 auf dem CoCon Congress des Chaos Computer Clubs in Berlin im „Haus der jungen Talente“ (heute: Podewil) aufgenommen.
Rena Tangens hat es zusammen mit Barbara Thöns 1990 aufgenommen. Es sind bekannte Namen dabei: @rop_g, Pengo, W. Holland, A. M.-Maguhn

Warum brauchen wir die Frauen?

Leena Simon hielt gestern ihren Einführungsvortrag beim Vernetzungstreffen „Frauen im Netz“. Netzpolitik als emanzipatorisches Thema – ein schwergewichtiger Themenkomplex.
Über die Fragen „Was ist Netzpolitik?“ „Warum ist Netzpolitik wichtig?“ lande ich für mich bei der Frage: „Warum brauchen wir die Frauen bei der Netzpolitik?“

Ja, warum eigentlich? Warum brauchen wir die Frauen?
Wir brauchen die Frauen, weil ihre Abwesenheit eine Lücke lässt die Männer nicht füllen können. Das ist die gleiche Antwort, wie immer im Leben. Wir brauchen die Frauen dort, damit sie an machtpolitischen Prozessen teilhaben können. Auch das ist eine Antwort, die immer gilt im Leben.

Nachdenken über emanzipatorische Themen führt bei mir immer wieder zu den gleichen Ergebnissen. Nicht nur, wenn es um Frauen geht.

Das gilt genauso für behinderte Menschen, für alte Menschen, für arme Menschen. Wir – als Gesellschaft – sind nur dann gut, wenn wir komplett sind. Nur wenn alle mit dabei sind, lassen wir keine Lücken, die mit heißer Luft oder noch schlimmer mit Sprengstoff oder giftigen Gasen gefüllt werden.

Teilhabe ist der erste Schritt zur kreativen Mitgestaltung.

Noch mal zu Flattr

Der Gedanke schien mir zunächst so verführerisch und ganz in meinem Sinn. Mit flattr kann ich teilen, dachte ich. Mit flattr kann ich Anerkennung zeigen. Ach, wäre das schön, wenn die, die sich Tag um Tag um Kunst und Kultur bemühen, endlich etwas ab vom Kuchen bekämen. Ich war begeistert, obwohl ich durch aus die Bedenken in den Kommentaren nachvollziehen konnte.
Jetzt nachdem ich das System ausprobiere merke ich, dass es weit davon entfernt ist, was ich mir wünschte. Es beteiligt zu viele. 10% für Paypal, 10% für flattr selbst. Ich kann nicht einteilen, wem ich mehr oder weniger geben möchte. Ich kann nicht zuteilen, ich kann nur flattrn.
Bei Keimform gibt es einen kritischen Artikel dazu. Dort gibt Menschen, die das gut in Worte fassen können
Mir gefällt die Idee immer noch, aber die, die ich mit Aufmerksamkeit versehen möchte, die flattrn nicht.
Und bin ich ehrlich, dann weiß ich, genau diese Menschen, denen kann ich auf andere Art und Weise Anerkennung und Wertschätzung zeigen.