Manchmal
ist es eine Wohltat eine Heimat im Cyberspace zu haben. Einen Fixpunkt um den sich alles dreht, wenn die Welt zusammenbricht.
Falls die Welt zusammenbricht.
ist es eine Wohltat eine Heimat im Cyberspace zu haben. Einen Fixpunkt um den sich alles dreht, wenn die Welt zusammenbricht.
Falls die Welt zusammenbricht.

Ich mag die ruhigen Sonntage zum Kraft tanken. Heute morgen lag wieder ein starker Nebel über der Lahn, aber da war schon klar, dass es ein wunderschöner Tag werden würde, wenn die Sonne es schafft, den Nebel zu vertreiben. Sie hat es geschafft! Jetzt ist es herrlich draußen. Meine geraubte Stunde hat man mir endlich auch wieder zurückgegeben – vorübergehend nur, aber immerhin.
Nachdenken mag ich im Moment gar nicht. Nicht über die politische Situation, nicht über das was alles noch auf uns zukommen wird. Die Menschen haben gewählt und sie werden jetzt spüren, was sie gewählt haben. Jetzt wird es nicht mehr viele Schonräume geben. Die Würfel sind gefallen für die Unbarmherzigkeit. Eiskalte Zeiten kommen auf uns zu – aber vielleicht macht uns der Klimawandel das bald vergessen. Nein, ich mag nicht weiter darüber nachdenken.
Sie werden sowieso alle sagen: Das haben wir nicht gewußt.
Mit Facebook werde ich nicht so richtig warm. Trotzdem werde ich immer wieder dort hin gelotst, weil es nette Online-Kontakte gibt, die dort sehr aktiv sind. Gestern habe ich dort zum ersten Mal NetworkedBlogs entdeckt. Aber so richtig hat sich mir der Sinn und Zweck noch nicht erschlossen.
Macht ihr was damit?
Violine sammelt Zwischenmenschlichkeiten, auf der Insel gibt es wieder mehr Meer, Julia macht sich Gedanken über die Süchtigen dieser Welt, Sven treibt Sport und Piri schickt ihre Blogperlen auf Reisen.
Mir raucht der Kopf. Zwei Jobs sind einer zu viel. Da muss auch die Superfrau aufpassen, dass sie sich nicht übernimmt. Die Ungeduld wächst und gedeiht, wuchert die Seele zu bis keine Luft mehr zum Atmen bleibt. Nur noch die monotone Stimme: Schneller, schneller, immer weiter.
Ein Lockruf, der direkt in die Falle führt.
Letzte Woche habe ich den Schneemann von Jo Nesbø gelesen. Meine Güte ist der gruselig. Grausam-gruselig. Anders als die Wallander-Krimis von Mankell. Bei Krimis verzichte ich gerne auf die blutig-brutale Variante. Das Leben ist mir blutig, grausam, brutal und ungerecht genug. Trotzdem hat mich der Schneemann fasziniert. Vielleicht weil in dem Buch der Frauenhass so nachdrücklich beschrieben wurde. Richtig erklären kann ich es nicht. Denn es wurde ja nur eine spezielle Form des Hasses auf Frauen thematisiert. Aber die Selbstverständlichkeit mit der immer noch so viele Männer Frauen richten, das schien realistisch zu sein. Realistisch in diesem phantastischen Alptraum-Krimiplot.
Meistens mag ich ja keine Psychotest.Sie sind oft etwas dümmlich und oberflächlich. Aber wenn mir jemand die Frage stellt: Welche Autorin steckt in Ihnen? Dann bin ich schon neugierig.
Zufrieden schnurre ich vor mich hin, wenn das Ergebnis erscheint, dass ich zu fast gleichen Teilen aus Christa Wolf, Virginia Woolf und Anais Nin (!) (man beachte die erotische Kompente) und einer winzigen Prise Astrid Lindgren enthalte – und ich von Rosamunde Pilcher und von Agatha Christie total befreit bin.
Hach, die Welt ist manchmal schön.
gibt es so gut wie gar nicht in der Sammelmappe. Da so gut wie jeder weiß, dass man im Netz nicht seine ganze Persönlichkeit ausbreiten soll. Ihr wisst schon: die zukünftigen Arbeitgeber fahnden im Netz nach euren Schwachstellen. Und meinen selbstverständlich auch. Lange Worte kurzer Sinn: Um die Sammelmappe mit Hausfrauen-Content zu füllen, benötige ich ein virtuelles Ich, eine Kunstfigur, die alles auf sich nimmt, nur für den Fall, dass ich mir später meine Renten-Zusatzleistungen als freischaffende Haushaltsunterstützungskraft hinzuverdienen muss.
Also erfinde ich jetzt schnell meine Sammelmappen-Kunstfigur und stellt euch vor: Sie besitzt ein Reisebügeleisen. Ein feines kleines Reisebügeleisen, das sie einmal im Jahr hervor holt und probebügelt. Einfach so, um zu sehen, ob es noch funktioniert. Fühlt sich gut an, so ein niedliches kleines Reisebügeleisen über den Stoff zu schieben und weil das einmal im Jahr richtig Spaß macht, hat sich die Sammelmappen-Kunstfigur auch nie so ein richtig großes Bügeleisen angeschafft. Das Leben lässt sich auch ohne Bügeleisen meistern und Energie sparender ist es ohne mal. Selbst die Kolleginnen haben sich daran gewöhnt und schreiten nur ein, wenn sie die Blusen links herum trägt oder die Preisschilder noch nicht abgeschnitten sind.
So schritt sie denn als ewige Aussenseiterin durch die Lande, bis jetzt endlich die Mode ihr zur Seite steht. Kennt ihr den Crush-Effekt? Nein? Denn müsst ihr unbedingt kennen lernen. Jetzt nimmt man also seine nasse Bluse, dreht sie zusammen als wollte man Edgar Dingens Krimi “Das indische Tuch” nachspielen und macht einen Knoten rein.
Die Stimme von Herta Müller kratzt mir heftigst auf dem Gemüt, twitterte ich diese Woche als das Kulturzeit-Interview von der Buchmesse mit ihr lief. Die Chronistin schrieb, dass es ihr ähnlich mit der Stimme ginge, dass sie aber ein schlechtes Gewissen hatte, als sie das dachte und auch Cytotoxin, erging es ähnlich wie mir.
Irgendwann habe ich dann einfach weggehört. Obwohl Herta Müller wirklich viel zu sagen hat und alles was sie sagt tiefsinnig und gut überlegt ist, diese Stimme treibt mich weg von ihr. Weg von ihren Gedanken, weg von ihrem Wissen. Aber wie die Chronistin schon sagt: es bleibt ein schlechtes Gewissen dabei. Zurecht. Denn die Stimme kann der Mensch nur sehr wenig beeinflussen und gerade Frauenstimmen haben es in unserer Gesellschaft schwer. Wenn Herta Müller meine Freundin wäre, dann hätte ich mich längst an ihre Stimme gewöhnt. Dann wäre das Hertas Stimme für mich. Hertas Stimme so kantig und rau wie Schmirgelpapier, aber die Stimme, die ich mit ihrer Persönlichkeit, ihren Leidenschaften, ihren Lebenszielen verbinde. Wenn Herta Müller meine Freundin wäre, dann wäre das Raue der Stimme die Nähe und ich würde aufhören, wenn ich im Radio oder im Fernsehen oder am Kiosk an der Ecke jemand mit einer ähnlichen Stimme sprechen hörte. Dann würde ich auf sehen und neugierig kucken, wer da wohl spricht mit Hertas Stimme.
Aber da Herta Müller nicht meine Freundin ist, auch nicht meine Nachbarin oder meine Kollegin, bin ich mit ihrer Stimme nicht vertraut. Sie zehrt an mir, das ist schade, aber ich möchte sie trotzdem gerne besser kennen lernen. Das was sie sagt, ist es tausendmal wert.
Den Follower Friday bei Twitter lasse ich immer aus. (Am Freitag werden dort unter dem Stichwort Follower Friday bzw. dem #ff Empfehlungen für andere Twitterer ausgesprochen.) Da ich, seit ich bei Twitter bin, immer das Gefühl hatte, zu vielen Personen zu folgen, klicke ich selten auf eine solche Empfehlung. Zumal in der letzten Zeit manche anscheinend ihre ganze Gefolgschaft in die Timeline stellen. Ich interessiere mich für Tweets, die andere retweeten, wenn sie mir zusagen. Oder ich kuck mal in die Favoriten der anderen hinein, da gibt es auch so die einen oder anderen Perlen zu finden. Oder – ganz banal – ich kuck mir die an, die mir folgen. Ab und an ist da auch jemand dabei, der in Frage kommt – und das sind nicht die schlechtesten.
Aber zurück zum Thema. Es ist Zeit für ein paar Blog-Emfehlungen:
Sven ist ein junger Mann, dessen Blog ich über Twitter kennengelernt habe. Jungen Menschen sehe ich gerne zu, auch beim Bloggen.
Die Alte Eule schreibt, sie hätte keine Lust mehr auf Politik – und bloggt doch hoffentlich wie all die Jahre weiter zu politischen Themen.
Jürgen Fenn war einer der ersten, dem ich auf identi.ca gefolgt bin. In seinem Blog Schneeschmelze gibt es einen Mix aus politischen Themen, Software und persönlichen Einträgen.
engl@absurdum muss ich unbedingt erwähnen. Erstens, weil es den besten Blognamen aller Zeiten hat. Zweitens, weil engl die Sammelmapp so nett erwähnt hat. Drittens weil sie meine Rechtschreib- und Tippfehler so liebevoll und kostenfrei reklamiert.
Engl bekennt sich explizit zum Slow-Blogging. Slow ist immer gut. Vor allem für mich, die ich mich doch dazu bekenne, im Zeichen der Schnecke geboren zu sein.
So, das muss reichen für heute. Es sieht so aus, als meint es der Herbst doch noch gnädig mit uns und überspringt nicht einfach mal kurz zwei Monate. Also nichts wie raus. Das Wochenende ist schon bald wieder vorbei.
Die Liebe ist ein Pulverfass, das Herz, das ist der Zunder. Und fällt ein Fünkchen nur hinein, so brennt der ganze Plunder.
Notizen aus meinem Schreibheft. Ich muss den Vers irgendwo abgeschrieben haben, komme aber nicht mehr drauf, in welchem Zusammenhang das war.
Arm aber sexy – Daran kann ich mich noch erinnern: Das hat jemand auf den Elektroverteiler auf der Straße gesprayt. Arm aber sexy – das hat was.