Umzingelt

Langsam wird mir schwindlig von den vielen Geschichten, die ich in den letzten Tagen geschrieben habe. Ich stecke fest, fühle mich umzingelt und das was als entspannende Übung begann, entwickelt sich zu einem anstrengenden Unternehmen. Dass es eine Herausforderung ist, war mir schon klar, als ich mir die Aufgabe stellte. Aber ich sah die Schwierigkeiten eher aus einer anderen Richtung kommend. Jetzt fühle ich mich von meinen eigenen Geschichten umzingelt. Vielleicht weil keine Zeit bleibt, die einzelnen Geschichten aufzuarbeiten. Ich weiß es nicht genau. Nach der Arbeit ist es sehr schwierig in Schreibstimmung zu kommen und wenn die Schreibstimmung da ist, dann ist es wieder sehr schwierig, sie einfach so abzustellen.
Es kann sein, dass ich mir zwischenzeitlich mal eine Pause gönnen muss. Aber jetzt bin ich gleich wieder weg. Ich muss noch eine Geschichte schreiben.

Am Morgen

Ruhig ist der Morgen. Ruhig und ein wenig düster. Aber es soll heiß werden heute Mittag, heißt es. Im Moment sieht es eher nach Regenzeit aus. Monsumregen. Alles ist grün und feucht.
So habe ich die Sommer in meiner Jugend in Erinnerung. Grün, feucht und kühl. Nur in den Büchern, in der Literatur gab es lange heiße Sommer in denen man durchgehend schwimmen gehen konnte.

So, jetzt nichts wie raus in den warmen Regen.

Das Notizbuch

Inspiriert durch den Eintrag beim Wortmeer poste ich dieses Gedicht aus meinem Lyrikband Heute traue ich mich

Das Notizbuch
vielleicht sollte ich besser
heute noch und ganz schnell
einen Satz in das neue Notizbuch schreiben,
das die Buchbinderin
für mich gebunden hat
damit ich nicht erstarre
in Ehrfurcht
vor dem schönen Papier
dem inneren Blatt
in Farbe
den Leineneinband
vorne geblümt
und hinten in dunklem rot
meine Farbe
die ich so mag
vielleicht sollte ich besser
heute noch und ganz schnell
einen Satz in das neue Notizbuch schreiben

Gandhi gestrickt

Ein Pantum

kannte ich bisher noch nicht und werde ich wohl auch so schnell nicht dichten. Ein Pantum ist eine Gedichtform, die mit Wiederholungen spielt, das mag ich sehr.

Gefunden habe ich es beim Schreibtalk.

Gedenken

Den Toten gedenken. Die gängigen Rituale bleiben mir oft buchstäblich im Hals stecken. Trauer muss sich Raum und Zeit nehmen, das ist meine Erfahrung. Einen Grabsteingenerator benötige ich dazu nicht. Nicht jeder hat den Wunsch mit einem Stein beschwert zu werden, wenn er in die andere Welt zieht. Nicht mal symbolisch. Meine kleinen persönlichen Gedenkrituale möchte ich in der Sammelmappe nicht veröffentlichen, aber ich finde es wichtig sie für sich zu finden. Nicht nur bei der privaten, persönlichen Trauer sondern auch bei der öffentlichen Trauer.

Der Eternal Moonwalk – gefunden bei Fr. Faust via Frau Gaga – ist so ein Ritual. Mir gefällt’s auch.

Vorsicht Tipps!

Mit Tipps lässt sich Geld verdienen und es gibt kaum eine Gruppe, die so viel Geld für Tipps, Ratgeberbücher und Seminare ausgibt, wie die Menschen, die unbedingt veröffentlicht werden wollen. Also gibt es auch einen blühenden Zweig der Dienstleistungsbranche, die sich diesem Bedürfnis widmet und entsprechend erfolgreich damit ist.

Gemeinsam ist diesen Ratgeberstrategien, dass sie alle das gleiche Ziel verfolgen: Ihre eigenen Einnahmen zu maximieren. Aber das ist doch verständlich!, höre ich die ersten rufen. Das macht doch jeder!

Nein, nicht jeder verdient sein Geld damit, dass er Menschen falsche Tatsachen vorspiegelt und immer noch gibt es die Möglichkeit eine faire Dienstleistung anzubieten. Aber wie heißt es so schön: Die Menschen wollen doch belogen werden. Wieder so ein Spruch, dem ich nicht zustimme. Die Menschen haben Träume, Wünsche und Hoffnungen und machmal macht sie ihr Traum blind. Sie fallen in die Grube, die ihnen jemand gegraben hat. Aber das ist keine Rechtfertigung dafür, dass es richtig sei, diese Grube zu graben.

Für mich ist es schlicht weg eine Unverschämtheit, wenn ich in einem Autorinnen-Ratgeber zum Thema BOD die folgenden Tipps lese:

  • Vielleicht kennen Sie ja jemand, der ihr Manuskript korrekturlesen kann. Eine pensionierte Deutschlehrerin vielleicht.
  • Das Manuskript muss gestaltet werden, da hielft ihnen bestimmt ein Freund mit Computererfahrung.
  • Den Buchumschlag kann man selbst gestalten, das macht sogar Spaß.

Vielleicht hätte es eine Parodie sein sollen und ich habe es nicht bemerkt?

Geküsst

wird an dieser Stelle – und auf der Insel. Dort küsst die Muse.

KussKuss

Nicht für die Vebaucher bestimmt

Es gibt Worte, die nicht für den Verbraucher bestimmt sind. So nett beginnt der Artikel im SPON über die neuen Erkenntnisse zu den aktuell verwendeten Lebensmittelersatzstoffen, die durchaus für den Verzehr bestimmt sind. Die gängigen innovativen Wortschöpfung sind uns mittlerweile alle bekannt: Analogkäse, Gel-Schinken oder ähnliches.

Stammleserinnen und Leser der Sammelmappe wissen, dass ich immer wieder mal mit meiner Ernährungsweise hadere, weil es da noch ziemlich viel umzustellen gibt. Andererseits mache ich meinem Körper nichts vor: Wenn ich die mit Farb- und Aromastoffen gefärbte Zuckerstückchen aus der bekannten Tüte verschlinge.

Im genannten Artikel heißt es, dass die Verbraucher besser auf die Beschreibungen auf der Verpackung achten sollten. Aber vielleicht sollten wir alle einfach mal mehr auf unseren Geschmack achten.

Auch schön: Die Wort-Neu-Schöpfungen Plagiat-Lebensmittel
oder Fake-Food.
Und manche machens besser.

Mit Grausen

lese ich die aktuelle Hit-Liste der Auflistung von Werten unter dem Marketing-Gesichtspunkt.

Bei der Gesundheit liest sich das so:
Gesundheit wird zur Grundlage eines erfolgreichen Lebensstils in der Leistungsgesellschaft. Die Notwendigkeit der Selbstoptimierung wird bereits für Kinder und Jugendliche erkannt.

Was wohl Piri oder Christiane dazu sagen würden?