Zerstoßenes Herz
So heißt es bei mir. Richtig heißt die Figur Durchstoßenes Herz. Ich kann die Bilder im Fernsehen nie kommentarlos sehen. Nie. Nie. Nie.
Ich bin aufgewachsen mit den Protesten. Jeder in der Pfalz kannte die Flugschau. Sie war bekannt, beliebt und immer haben Menschen protestiert. Protestiert gegen diesen Irrsinn. Jeden Sommer. Immer wieder. Selbst in der Zeit, als sich die Demonstrationen ganz anderen Themen zuwandten. Den Kurzstreckenraketen z.B. gegen die sich niemand wehren konnte. Den Atomkraftwerken. All diesem Irrsinn, den wir alle ausgeliefert sind. Und zwischen all diesen Protesten Jahr für Jahr im Hochsommer, der Protest gegen Rammstein. Gegen die Wahnsinns-Flugschau. Zu der die Menschen ihre Kinder mitschleppten. Ein Publikumsmagnet.
Als die Bilder dann im Fernsehen kamen, als das Unglück dann wirklich geschehen war. Konnten wir es kaum fassen. Die Schreie. Das Leid. Die Katastrophe. Die Verbrannten.
Manche der Familien der betroffenen zogen dann in die Nähe. Wegen der Spezialklinik. Das Unglück war allgegenwärtig.
Und das Schicksal setzte dann noch eins drauf, als es ein Flugzeug in einem kleinen Dorf abstürzen ließ. Genau auf das Haus in das eine Familie mit schwerverletzen Kindern gezogen war.
Ich kann diese Bilder immer noch nicht kommentarlos sehen.
Zerstoßenes Herz. Dabei bleibe ich.
Sie sagen Militärschlag, sie meinen Krieg.
Sie reden vom internationalen Recht, als gäbe es ein Recht eine Bevölkerung zu bedrohen und zu attackieren.
Sie sprechen von Konsequenzen und haben Grausames im Sinn.
All die gepflegten Worte sollen die Wahrheit in ein Mäntelchen kleiden. Ein stilvolles Mäntelchen, das das nötigste bedeckt: die Grausamkeiten, die Ungerechtigkeiten, die Lebenstraumata die jeder Krieg verursacht.
Die rote Linie, die haben sie schon lange überschritten. Sie überschreiten sie täglich. Immer und immer wieder.
Regnerische Kuschel-Gemütlichkeit im Bett. Endlich wieder den Trödel-Gang für das Wochenende gefunden, den ich am Liebsten mag.
Ich bin bekennende Couchpotatoe und glücklich damit.
Ruhe wird unterschätzt.
Claudia August 25th,2013
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Den Schock vom frühen Morgen überstanden. Das Erbsen-Gen der Prinzessin hat wieder zugeschlagen. Alles sieht sofort nach Weltuntergang aus und lässt sich dann doch mit etwas Aufwand und Kosten wieder glätten.
Ein Luxusleben führe ich. Das wird mir immer wieder klar. Jetzt sogar ein Luxusleben mit Panoramablick.
Was für ein Glück!, gilt selbst an den Tagen des persönlichen Pechs.
Aus Bradley wird Chelsea Manning. Eine gute Wahl. Der Name und das Geschlecht. Der Mensch sowieso.
So viele Entscheidungen und alle mit so viel Mut durchgezogen. Eine Heldin!
Der Sommer geht zu Neige.
Mein Sommer. Mein Leben auch.
Traurig bin ich darüber noch nicht. Nur nachdenklich. Viel zu oft, vergesse ich das „mein“.
Es ist mein Leben. Ich hab nur das eine – und manchmal ist es schöner, als alles was ich mir ausmalen kann.
ich mag Stoppelfelder. Hab ich das schon erwähnt?
Vielleicht mag ich irgendwann auch den Herbst.
claudia August 20th,2013
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Mir steht eine seltsame Woche bevor. So viele Merwürdigkeiten in der letzten Zeit.
Am Freitag hab ich Post von der Stadt erhalten. Begrüßungspost, dachte ich zuerst. Aber als ich sie aufmachte, eher ein Drohbrief.
Die Zuzugsgemeinde schreibt ein persönliches Datum anders auf als ich. Warum weiß ich nicht. Eine Verwechselung oder ein Zahlendreher scheint unwahrscheinlich.
Aber warum erhalte ich dann so einen harschen Brief?
Und dann noch wegen diesem Datum, das so unerheblich wie sonst noch was ist und dreißig Jahre zurückliegt.
Seid ihr jetzt alle außer Rand und Band?
Wahrscheinlich.
Das Abhören und Ausspähen klappt. Das ordentliche Datenübermitteln scheinbar nicht – und das mit dem Umgangston müssen sie auch noch üben. Oder sind das schon die Vorstufen zur Folterandrohung?
Wenn schon, denn schon – oder so ähnlich.
Die Überwachung bringt die Demokratien ins Wanken, aber die existentielle Gefährlichkeit ist den Menschen zu abstrakt. Die Bilder und die Vorstellungen fehlen.
Die Personen, die ihr Leben auf das Spiel wagen, sind schon da. Unter uns.
Aber wo führt das alles hin? Die Welt ist in einem massiven Umbruch und die Totalüberwachung zerstört das menschliche Beziehungsgefüge.
Aber die Bilder fehlen.
Und ohne die wird es lange dauern, ehe die Bevölkerung merkt, dass die Totalüberwachung die Luft zum Atmen nimmt.
Hauptsache Liebe – wollte ich diesem Tag noch anmerken. Hat er sich verdient.
Ich mir auch.