Die echten Menschen

Heute ist der Tag der Verlinkungen. Jedenfalls hier in der Sammelmappe.
Von den echten Menschen und dem Leben im Internet schreibt das Nuf sehr zauberhaft.

Komplimente

Warum manche Komplimente keine sind und wie blöd es sich anfühlt für Aussehen ein Kompliment gemacht zu bekommen, wenn es nicht in die Situation passt – erzählt Nicole auf Litertier.

Mehr als Krieg

Das Trauma der vergewaltigten Frauen hat das Nachkriegs-Deutschland geprägt. 1,9 Millionen vergewaltigte Frauen, die totgeschwiegen werden, die aber unsere Familien, unser Umfeld, unser Ver- und Mißtrauen prägend. Meine Generation ist aufgewachsen unter der Obhut dieser traumatisierten Frauen.

Aber es wird geschwiegen, geschwiegen, geschwiegen. Frauenschicksale sind immer noch nicht geschichtstragend. Dabei tragen sie die Welt.

Endlose Hoffnung

auf das Frühjahr
wird immer gewartet
weil es die Illusion
mit sich bringt
dass sich jemals
etwas ändern könnte

Sozialromantik

Sozialromantik wird belächelt. Von oben herab angesehen, für leicht und oberflächlich empfunden.

Hach, ihr. Was wollt ihr mit eurem Weltbild für Weicheier. Die Welt ist hart, das zeigt die Natur jeden Tag. Der Mensch ist ein gefährliches Tier und immer will der stärkere gewinnen.
So ist das und so wird es immer sein.

So ein Blödsinn! Die Menschheit hätte nie überlebt, wenn es nicht die anderen Aspekte gäbe. Es gibt nicht nur den Kampf. Es gibt auch Empathie – und es gibt die Möglichkeit sich in eine Idee zu verlieben und sie zu verfolgen. Es gibt die Option sich eine Vision auszumalen und sie dann auch anzustreben.
Sozialromantik ist nicht weltfremd. Es ist die Vision von einer gerechteren Welt.

Es ist eine Vision, wie es die Vision von der Gleichheit aller Menschen ist. Oder die von der Würde des Menschens, die allen Menschen zu steht.

Ich halte beharrlich an der Vision von einer gerechteren Welt fest.

Jammern

Ich würde gerne noch ein bisschen jammern. Aber das wäre überheblich, wo doch das halbe Internet krank im Bett liegt und fiebert. Da geht es mir schon viel besser.

Es lebe die Gesundheit – und die Seifenblase.
Da schwebt wieder eine vor mir in den Himmel. Schillernd. Farbig. Voller Hoffnung. Wohlgeformt.
Aber traue ich mich überhaupt noch zu hoffen?

Bin zwei-, drei-, vielgeteilt. Was so ein paar schlechte Erfahrungen ausmachen können.

Zutrauen fehlt. Vertrauen fehlt. Die innere Gewissheit eine Sache könnte ausnahmsweise mal gut für mich ausgehen.

(Dass ich zur Untertreibe neige, ist bekannt. Zur Übertreibung manchmal auch, aber nur, wenn ich ihr die Vorzeichen umdrehen kann.)

Das Gute an diesem Tag: der einzige Tag in dieser Woche, in dem mir die Bahn kein exklusives Zusatzabenteuer bieten wird.

frei

in der Nacht
stecken manchmal
die Träume fest

gehen verloren
im dunklen Labyrinth

aber wenn du
aufmerksam
lauschst
hörst du

sie klapern
und rascheln

dann bring sie schnell in Sicherheit

Jammertüte

Heute drei Stunden Rückfahrt – Störungen im Betriebsablauf. Was auch immer das ist. Ich bin jedenfalls platt.

Von Mimosen und Pendlerinnen

Das Pendlerinnen-Leben ist manchmal so eintönig strapazös. Nichts für zimperliche Menschen. Letzte Woche winterbedingt an einem Tag fünf Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, um zu meinem Schreibtisch zu gelangen. Heute den Warnstreik gelassen mit zweieinhalb Stunden für die Hinfahrt hinter mich gebracht. Obwohl ich einen angemessenen Grund gehabt hätte, ungeduldig zu werden.

Jedenfalls habe ich mir für die Zukunft notiert: nie mehr ohne Ersatzknäul aus dem Haus gehen, wenn Warnstreiks angezeigt sind.

Eigentlich kein großer Akt, so ein Ersatzknäul mit mir zu schleppen. Aber da ich schon ständig meine wichtigsten Habseligkeiten in meiner Tasche quer durch Hessen hin und her schleppe, ist auch der zusätzlich Knäul immer eine Überlegung Wert.

Parallelwelten

Menschen, die glauben ihre Spareinlagen seien sicher, glauben auch die Renten seien sicher.
Wie blind können Menschen sein? Aber blind allein reicht dazu eigentlich nicht aus. Dazu müssen alle Sinne und der Verstand ausgeschaltet sein, um in dieser Parallelwelt zu leben und sie für real zu halten.

Vielleicht eine Nebenwirkung des Talkshow-Konsums?

Die Fakten liegen alle auf dem Tisch. Warum glaubt ihr dann den Märchenerzählerinnen und Erzählern?
Eins uns eins bleibt immer noch zwei. Ganz einfach – und ganz gefährlich.