Online-Petitionen

Bisher haben Online-Petitionen ja leider noch nicht viel politisch bewirkt, aber sie bewirken, dass sich Themen als Diskussionen in den Medien präsentieren. Bei der Atomenergie ist das irgendwie wie Wasser auf die Mühlen, trotzdem finde ich es nicht verkehrt, was die Leute von Spreeblick versuchen.
Das Blöde an den Online-Petitionen ist, dass ich meinen Zugang vorher stundenlang suchen muss. Da gibt es so einen merkwürdigen Zugangsnamen, der für mich unbehaltbar ist.
Aber falls ich ihn noch finde, werde ich auch die Petition von Claudia Mannherz unterzeichnen:

Einführung einer Frauenquote von mindestens 30% in Aufsichtsräten und Vorständen.

Begründung
In Führungspositionen von Unternehmen sind Frauen kaum vertreten. Das liegt NICHT daran, dass Frauen schlechter Qualifiziert wären.

Freiwillige Selbstverpflichtungen führen nicht zum Ziel, weil sie erstens zu schwach und zweitens nicht verbindlich sind.
Andere Länder (bspw. Norwegen, Spanien, Frankreich) haben dies erkannt und daraufhin erfolgreich Frauenquoten eingeführt.

Frauen haben eine andere Sicht auf die Dinge und bereichern somit die Wirtschaftswelt und Politik mit neuen Ideen und Einflüssen.
Studien ergaben dass eine Frauenquote positive Effekte auf die Wirtschaft hat. So erzielen Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil eine höhere Rentabilität .

Das Exzellenzprinzip wird durch eine Quote nicht außer Kraft gesetzt, denn es gibt ausreichend qualifizierte Frauen.
Frauen brauche eine faire Chance und ihre Qualifikation unter Beweis zu stellen. Diese Chance erhalten sie leider nur, wenn eine Frauenquote eingeführt wird.

Oft werden Frauen jedoch nicht eingestellt, da sie erstens in Bewerbungssgesprächen schlechter „abschneiden“, weil sie zurückhaltender und bescheidener als Männer auftreten. Ein weiterer Grund ist, dass hauptsächlich Männer über deren Einstellung entscheiden, sowie (meist unbewusste) Diskriminierung. Ohne Frauenquote wird sich am status quo daher nichts ändern.

Die Bundesregierung möge daher beschliessen, eine Frauenquote von min. 30% in Aufsichtsräten und Vorständen einzuführen.

Verdammt lang her

Ich könnte ja nicht sagen, dass es meine Musik war. Aber meine Zeit war es auf alle Fälle.
Ein nettes Opa-Interview von Wolfgang Niedecken zum 60ten gab es in der FR.

Et ess lang her dat ich vür sujet ratlos stund
un vür Enttäuschung echt nit mieh kunnt

Rechnungen

Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch manchmal rechnen würde. So ab und an. Mathematikerinnen vermeiden das Rechnen oft, über diese Stufe sind wir drüber, Zahlen ist höchstens etwas für Versicherungsmathematikerinnen und von denen distanziere ich mich vorsorglich.
Aber nein, auch ich rechne ab und zu etwas nach – und ehe ich mich versehe, habe ich sowohl das Ergebnis, als auch den Rechenweg wieder vergessen. Mein Gefühl steht mir näher als die Rechnung und trotzdem: Auch bei mir gibt es offene Rechnungen. Nicht vergessene Rechnungen. Rechnungen, die nie beglichen werden.
Manche drücken sich ganz nüchtern in Zahlen aus. In Lebenszeit und Geldbeträgen. Manche Rechnungen lösen sich in Spezialwährungen auf. Da hilft nur genaues Hinsehen und Nachspüren.

Leises Summen

scharfkantige Worte
fehlen mir
genauso wie
abgerundete Sätze

ein Dreiklang
wäre meine Utopie

kling klang klong
ich wünsche mir
eine Bewegungsmelodie

in Pflaster gefasste
Musikskulpturen

Glaubwürdigkeit

Glaubwürdigkeit, Fairness und die Achtung vor den Mitmenschen sind rare Güter im politischen Alltagsgeschäft. Gerade in den letzten Tagen sehen wir das sehr deutlich. Ganz offen werden die Fähnchen im Wind gedreht und die Bevölkerung für dumm verkauft. Ein Moratorium? Das machen wir doch mal kurz vor den Wahlen, bis sich das emotionale Wählerinnen-Volk wieder beruhigt hat.
Alte AKWs abschalten? Das will jetzt sogar die FDP um sich für die Zukunft über die 5%-Hürde zu retten. Wahrscheinlich wollen sie dann schöne, neue, größere und sicherere AKWs bauen. Dann wenn sich das Wählerinnen-Volk wieder eingekriegt hat.

In Japan wird – ganz überraschend – Plutonium gefunden. Huch, wo kommt das denn her? Von der neu erfundenen schleichenden Kernschmelze. Was soll nun geschehen mit dem windigen TEPCO-Unternehmen? Wenn schon Katastrophe, dann verstaatlichen wir sie doch, damit wenigstens die Katastrophenarbeiten fortgesetzt werden können.
Vielleicht bekommen dann die Arbeiter wenigstens etwas anderes als Instantnudeln und Cracker zu essen und müssen nicht mehr auf dem verstrahlten Boden schlafen und kriegen Schuhe, in die das verstrahlte Wasser nicht hineinlaufen kann.
Wenn sie schon ihr Leben riskieren, dann sollen sie doch wenigstens ihre Henkersmahlzeit geniesen können.
So bleibt doch wenigstens eine Sache immer beständig: Die Gewinne teilen sich einige wenige, den Schaden und die Verluste verteilen wir auf das Gemeinwesen.

Welcher Staat ist eigentlich so blöde, die Infrastruktur aus seiner Hand zu geben? Fast alle.
Sie verkaufen die Schlossgärten dieser Welt genauso im Vorbeigehen, wie die Unversehrtheit ihrer Bevölkerung. Sie sind schlimmer, als sie im schlechtesten Thriller beschrieben werden könnten.
Sie sind ein Fluch für Natur und Menschheit.

3sat schafft „neues“ ab

Schade, schade. Ich gehe gleich mal kucken, wo ich meinen Protest los werde. Bei aller Liebe zu Nano, dort sind digitale Themen sicher nur ausnahmsweise gut aufgehoben. Ein anderer Sendeplatz das wäre gut!
Vielleicht ist ja noch nicht alles verloren?
Seit elf 19 Jahren läuft auf 3sat zu wechselnden Sendezeiten das Computer- und Digitalkultur-Magazin neues. neues ist einzigartig im deutschen Fernsehmarkt.
Aber bald ist mit neues Schluß: 3sat möchte die Sendung im Sommer absetzen. Begründet wird das laut Pressestelle mit einer sinkenden Zuschauerakzeptanz am Sonntag Nachmittag. Aber anstatt die Sendung in den Abend zu verschieben, wo die Zielgruppe für diese Themen sicher eher Fernsehen schaut, setzt man neues lieber gleich ab.

Der Regierungssprecher twittert

und den Journalisten wird es ungemütlich. Dieses Protokoll der Pressetermins des Bundespresseamts ist einfach zu köstlich.

Der Nachrichtendienst Twitter ist nicht sicher. Ich habe vorhin im Internet nachgeschaut. Es gibt zahlreiche Beispiele für Fälschungen von Schauspielern, so Beispiel Martina Gedeck bis hin zum Dalai Lama. Kann ich davon ausgehen, dass das, was dort getwittert wird, wirklich sicher ist? Das kann ja durchaus Folgen haben.

oder auch
FRAGE: Offen ist ja noch die Frage, ob die Sicherheitsanforderungen überprüft wurden. Hat Herr Seibert das gemacht, weil er ein junger tougher Typ sein will? Wurde das durch diesen ganzen BND-, BKA- und sonstigen Apparat „durchgerattert“, und am Ende stand, das können wir machen, da können wir auch Regierungs-, Kanzlertermine herausgeben, das ist eine sichere, seriöse Quelle, oder ist das einfach nur mal aus Lust und Laune heraus erfolgt?

Kindl E-Book

Im Moment habe ich etwas Zeit und kann ein paar Experimente mit dem Kindl E-Book machen. Geboren im Zeichen der Schnecke, dauert es ja ab und zu etwas länger, bis ich auf das Naheliegende komme, z.B. mir ein E-Book auf mein iPhone runterzuladen – und siehe da: Es ist lesbar.
Tatsächlich. Ich hätte nie geglaubt, dass es auf dem Mini-Display wirklich angenehm zu lesen ist. Aber das war ein Irrtum. Das einzige Problem bleibt das, was alle Artikel sagen: Das Display verbraucht eben viel Strom, deshalb kann ich mir vorstellen, dass ein richtiger E-Book-Reader doch angenehmer ist, wenn man viel unterwegs ist.
Jedenfalls habe ich jetzt Tintenklecks und Krakelschrift auch auf den Kindle Store geladen, denn es ist das Buch, bei dem vereinzelt immer noch Nachfragen kommen. Warum mein neuer Lyrikband Weich gezeichnet allerdings so formatgequält erscheint, während die anderen beiden Bücher korrekt konvertiert wurden ist mir ein Rätsel.
Schade! Vielleicht komme ich noch dahinter, wo das Problem liegt. Wenn jemand eine Idee hat, dann bin ich für jeden Ratschlag dankbar.

Ach ja, es gibt noch ein Problem. Eigentlich sollte der Preis für das E-Book 0,99 $ betragen, aber irgendwie lässt er mich das so nicht eingeben bzw. es wird immer noch etwas dazu gerechnet. Die Steuer ist es offensichtlich nicht, denn die wird abgezogen. Ein Mysterium nach dem anderen.

Von der Liebe, älteren Damen und dem Leben

engl bloggt offensichtlich gerade im Stundentakt – das ist ungewohnt – über die Liebe, von älteren Damen und vom Unsinn der erfüllten Leben.

Bei der Liebe möchte ich ja immer widersprechen. Die Liebe kommt überall hin und geht überall mit – aber manche Menschen sehen das anders. Das ist für mich kaum vorstellbar.

Gemütsbloggen

In den letzten Tagen liest sich die Sammelmappe vielleicht wie ein Politikblog, dabei ist sie doch vor allem eins: Ein Gemütsblog. Ein Blog in dem ich aufsammle, was mir am Rande des Tages so alles begegnet. Mal dieses und mal jenes. Ganz selten etwas intimes und doch steht viel Persönliches in der Sammelmappe.

Darauf lege ich auch Wert, denn ich mag es gerne warm und menschlich – auch bei anderen. Und die vielen Unkenrufe: „Schreib bloß nicht zu viel von dir ins Internet!“ sehe ich mir immer kritisch an. Was ist zu viel in diesem Fall? Je nachdem von wem die Frage kommt, zielt sie auf eine ganz bestimmte Richtung ab.
Selten kommt die Frage von Menschen mit Medienkompetenz und sie hat verschiedene Hintergründe.
Nein, ich schreibe nicht zu viel in die Sammelmappe. Das habe ich schon mehrfach hier erläutert. Bei mir kommen keine unbeteiligten Menschen vor und es gibt eine ganze Reihe von Themen, die tabu sind in der Sammelmappe. Aber das heißt nicht, dass ich mir hier eine virtuelle Persönlichkeit aufgebaut habe. Ganz sicher nicht. Denn die würde mir so lange wahrscheinlich keine Freude bereiten.
Ich bleibe bei meinem Gemütsblog-Stil. Der passt zu der Sammelmappe und zu mir. Nicht nur in Krisenzeiten.