Nach den Wahlen

Mir ist flau heute Morgen. Die Nachwirkungen des emotionalen Wahlstress. Obwohl es angenehm ist zu wissen, dass in einem Bundesland nach 58 Jahren (!) die Regierung wechselt, hält das flaue Gefühl an.
58 Jahre – die Zahl liest sich wie die Erfolgsstory einer Bananenrepublik. Was sich in 58 Jahren für ein Filz ansammeln kann! Allein das wird das Land schon verändern, wenn sie sich jetzt nicht mehr in der gewohnten Manier die Ämter und Stellen zuschieben können. Aber ich bin sicher, die Grünen und die SPD kriegen das schnell genauso gut hin.
Überhaupt die Grünen: die liegen mir schwer im Magen. Sind sie doch die geschickteren und professionelleren Liberalen. Der Mittelstand setzt sich geschickt von den Problemen der Unterschicht ab. Wir sitzen nicht mehr in einem Boot, wir sitzen in verschiedenen Bootsklassen.
Wie lange noch?

Da fällt mir das Büchlein „Der kommende Aufstand“ wieder ein, geschrieben vom unsichtbaren Komitee.

Nachtrag: Ab und zu gibt es doch Menschen, die das Soziale vermissen. Mit Sorge vermissen.

Die Wahrheit aus Japan

Die Wahrheit aus Japan lässt noch auf sich warten. In Häppchen bekommt die Öffentlichkeit sie vorgesetzt. Die Botschaft wird immer klarer: Nur weil die Betreiberfirma Tepco so windig und unzuverlässig ist, ist das Experiment Kernkraft schief gegangen.
Dabei wird immer deutlicher: Die Wirtschaft führt Krieg gegen die Bevölkerung. Sie kalkuliert den Verlust von Menschenleben mit ein.
Greenpeace misst Radioaktivität in Japan

Greenpeace-Messungen zeigen 7,66µSv/h außerhalb der Eavkuierungszone.Das ist die Jahresdosis in wenigen Tagen

Feind liest mit

Dabei hat mich ein Artikel des Guardian-Autors [extern] Tom Hodgkinson inspiriert, der über Facebook schrieb, es sei ein „freiheitsfeindliches Experiment der globalen Manipulation“. Auffällig ist: es gibt eine Häufung von Vertretern militär- und geheimdienstfreundlicher Manager auch in Firmen, die in Facebook investiert haben.

Facebook als Überwachungstool und Basis für Cybermobbing

Die Sommerzeit ist nicht mein Ding

Manche Artikel könnte ich jedes Jahr von neuem in die Sammelmappe einstellen. Ich mag die Sommerzeit nicht und nach all den Jahren schaffe ich es nicht, ihr neutral gegenüber zu stehen. Jede Untersuchung über die Sommerzeit hat ergeben, dass sie aus energiepolitischen Gründen nutzlos ist, dass sie für bestimmte Menschen ungesund und für Nutztiere irritierend ist. Trotzdem wird dran festgehalten. Ich vermute einfach aus dem Grund: Weil wir es können. Weil wir es euch diktieren können. Ein Grund für die Mächtigen zu zeigen, was sie uns alles vorschreiben können.
Na gut, dann beginnt meine Arbeit jetzt wieder um sechs Uhr. Ist ja alles kein Problem, ist ja nur mitten in der Nacht. Wer keine Sorgen hat, der lässt auch mal die Puppen tanzen.

Earth Hour

Wie jedes Jahr gilt auch dieses Mal: Ich beteilige mich nicht an dieser Augenwischerei.
Mein Beitrag zum Energiesparen ist hart. Er ist alltäglich. Ich verzichte auf das Autofahren, ich überlege jeden Tag – und wenn ich schreibe jeden Tag, dann handelt es sich auch um jeden einzelnen Tag, darauf. Manchmal weiß ich nicht, wie ich an Lebensmittel kommen kann. Mir bleibt nur die Drogerie, denn es gibt im Umkreis von 2 km kein einziges noch so winzig kleines Lebensmittelgeschäft mehr. Und die, die in zwei bzw. drei Kilometer Entfernung zu erreichen sind, erfordern die Höhensteigung von 17%.
Ich jammere nicht, will das auch nicht am heutigen Tag tun. Aber mit den neuen Einschränkungen, die die Gesundheit mit sich bringt: Langsam wird es kompliziert.
Das möchte ich an dieser Stelle sagen – und auch das: es wäre schön, wenn sich mehr Menschen im Alltag mit dieser Problemstellung auseinandersetzen würden.
Eine Stunde das Licht ausschalten, kommt mir sehr kindisch vor.

Schlechte Dramaturgie im wahren Leben

Im Krimi käme es als schlechte Dramaturgie an, wenn neben dem Polizeipräsidenten auch noch der Innenminister zum Tatort einer Massenschlägerei auftauchte.

Bouffiers Neffen sind für ihre Verwicklungen in gewalttätige Auseinandersetzungen bereits öffentlich bekannt: Im Februar 2007 waren sie in eine Massenschlägerei vor dem Vereinsheim des Männerturnvereins MTV 1846 Gießen verwickelt. Der damalige Innenminister Bouffier eilte am späten Abend persönlich zum Schauplatz der Keilerei und nahm sogar Gießens Polizeipräsidenten Manfred Schweizer mit.

Im wahren Leben passiert das ohne einen Skandal auszulösen. Im Gegenteil, da lohnt es sich:
Doch nach der kurzen Verlesung der Anklage wurde das Verfahren eingestellt – auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen, ohne jegliche Strafen oder Auflagen.

Die Frankfurter Rundschau ist die einzige Zeitung, die sich dem hessischen Politiksumpf entgegen stellt. Dafür bin ich immer wieder dankbar, auch wenn ich kaum glauben kann, dass es Amtsträger gibt, die das Recht so systematisch beugen und dass es so viele Mitwissen und Mitmacher gibt, die nicht das Rückrad haben, sich gegen diese gewissenlosen Machtmenschen zu behaupten.

Gender Pay Gap

Gender Pay Gap: Zur geschlechtsspezifischen Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt
bei der Mädchenmannschaft

Gestern

Gestern war ich so müde, dass ich gar nichts mehr gebloggt habe. Dabei lag mir ein bestimmtes Thema auf der Seele. Heute ist es wie weggeflogen. Nicht die Müdigkeit, nur das Seelenthema. Wie schnell sich das manchmal ändern kann!
Mit Freude habe ich heute Morgen festgestellt, dass es in Weilburg wärmer als in Mannheim, Paris oder Llanca ist. Nur Nizza war noch wärmer. Das ist bemerkenswert und vielleicht sollte ich es als gutes Zeichen nehmen.

Ein Wochenendzeichen. Oder auch ein Frühlingszeichen.

E-Book in der Kindl-Edition

Letzte Woche habe ich ein bisschen rum experimentiert und Muster der Menschheit als E-Book in der kindl edition hochgeladen. Kostenpflichtig. Ich wollte probieren, wie das funktioniert – und siehe da, es funktioniert.
Hmm – interessant. Aber suche ich wirklich einen neuen Vertriebsweg für Muster der Menschheit oder für Lyrik? Ganz sicher bin ich mir meiner Motive noch nicht.

Verkaufen ist nicht mein Ding, ausprobieren und experimentieren schon eher. Vielleicht wäre es jetzt bald an der Zeit, mir auch einen E-Book-Reader zuzulegen. Damit ich weiß, was ich da eigentlich zur Verfügung stelle. Aber den Kindl gibt es ja immer noch nicht in der deutschen Ausgabe. Es gibt immer noch ein Problem mit der Buchpreisbindung. Deshalb dürfen die E-Book nicht billiger sein, als die günstigste Ausgabe eines Buchs. In der Realität heißt das, sie kosten oft so viel wie die gebundene Ausgabe. Ob das ein guter Weg ist? Es heißt langsam müsste sich etwas in Bewegung setzen. Aber andererseits heißt es das schon lange.

Erinnern

Die Welt erinnert sich. Sie wird sich auch noch lange an diese Tage erinnern. An die letzten vierzehn Tage.