Mein Heim auf Reisen

Die Tasche prall gepackt
über die Schulter geschwungen
begleitet mich auf Reisen
ob kurz oder lang

Sie gibt mir Schutz
und schenkt mir auch
Geborgenheit

Mein Heim auf Reisen
über die Schulter geschwungen

Melancholie

Wenn es in der Sammelmappe eine zeitlang etwas unpersönlicher, etwas linkiger wird, dann kann das mehrere Ursachen haben.
Manchmal habe ich viel zu tun und blogge nur unkonzentriert.
Manchmal ist die Sammelmappe ferngesteuert und ich bin in der großen weiten Welt unterwegs.
Manchmal sind einfach nur meine Gedanken in der großen weiten Welt unterwegs.

– und manchmal ist es die Melancholie, die mich überfallen hat: Der Weltschmerz.

Die Melancholie lässt mich nach innen verschwinden. Die Gedanken und Gefühle verinnerlichen sich immer mehr. In der Arbeit ist das kaum zu spüren. Vielleicht alleine daran, dass alles etwas mehr Kraft kostet als sonst. Aber das Funktionieren, das geht ganz von allein. Wie das Bloggen in der Sammelmappe per Autopilot.

Die Melancholie ist wie eine alte Freundin, die immer mal wieder bei mir vorbeischaut – und ich sage: Hallo! Da bist du ja wieder. Und ein bisschen freue ich mich sogar über das Wiedersehen mit ihr. Weil sie mich an vergangene Zeiten erinnert und an die Zukunft. An mich.

Ja, das ist es vor allem: Sie erinnert mich an mich.

Die Fischstäbchen des Weizenmeeres

Die Fischstäbchen des Weizenmeeres könnt ihr euch hier ansehen.

Merkels Münchhausen-Plan

ist mir ein Link wert.
via ix im FriendFeed.

Den hatte ich schon fast vergessen.
Den FriendFeed, meinte ich.

Ausgegraben

Seht mal was der Bembel ausgegraben hat:

Sting, Gianna Nannini, Jack Bruce singen Bertold Brecht – Die im Dunkeln…

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.

Ist halt doch ein Musik-Kundiger, der Bembel. Da er ja neuerdings so viel Wert legt zur Gruppe der Ü30 zugehören, könnten wir ihn schon bald die graue Eminenz in Sachen zeitgenössige Musik nennen.

Hotel Modern – The Great War

Hotel Modern macht eine Miniaturaufführung über den Krieg, die als Film projiziert wird.

Hat das jetzt jemand verstanden? Wahrscheinlich nicht. Eine Live-Animations-Performance über den Krieg. Sagt auch nicht viel mehr. Vielleicht hilft anschauen.


Hotel Modern wurde gestern auf 3sat im Schweitzer Filmmagazin Box Office präsentiert.
Ich fand es sehenswert.

Aung San Suu Kyi wird 65

Gerade bei Luise Pusch gesehen: Aung San Suu Kyi wird 65.
Eine Frau, die nicht vergessen werden sollte.

Der geschlechtsneutrale Schweizer

Was stellen Sie sich vor, wenn Sie Wörter wie ‚Schauspieler’, ‚Dichter’, Fußgänger’, ‚Leser’, ‚Schweizer’ hören oder lesen? Diese Wörter, so versichert uns die patriarchale Grammatik, sind geschlechtsneutral. Stellen Sie sich also einen geschlechtsneutralen Schweizer vor? Versuchen Sie es doch einmal. Sie sehen, es geht nicht – allerdings versichern mir manche Frauen, bei Schweizern ginge es vielleicht noch am ehesten.

So beginnt Luise Puschs Artikel über die hämischen Kommentare zum Leitfaden der Stadt Bern in geschlechtergerechter Sprache.

Da hecheln sie wieder, wie selbsterkorenen Retter des Vaterlands, die vor Untergang warnen, wenn die Frauen zu sehr erwähnt werden. Gebetsmühlenartig werden die immer gleichen Kommentare heruntergerattert.
Sind wahrscheinlich auch alle postgender, die Weltenretter und Wertebewahrer – und nicht zu vergessen, die laut aufheulenden Frauen, die rufen: Ich wurde noch nie durch Sprache diskriminiert. Nein, noch nie. Alles klar.

via Antje Schrupp

Links, links, links

Alle paar Monate kocht wieder einer das alte Thema hoch: Die deutsche Blogosphäre verlinkt nicht genug. Nicht genug und nicht gerecht. So, so. Und neu ist die Erkenntnis auch. Jedesmal. Ja, ja.

Bla, bla, bla. Hört ihr sie? Die Alpha-Blogger-Oberlehrer-Stimme.

Macht und Ohnmacht

Menschen üben gerne Macht über andere Menschen aus. Sie kontrollieren gerne andere Menschen. Umgekehrt ist es so, dass Macht- oder Kontrollverlust für die meisten Menschen ein bedeutender Einschnitt in ihre Lebensqualität bedeutet. Sich ohnmächtig und hilflos fühlen löst Streß aus. Streß der auf die Seele schlägt und auch den Körper blockieren kann.
Im Arbeitsleben fühlen sich viele Menschen ohnmächtig. Einerseits wird in vielen Jobs eigenständiges und kreatives Arbeiten verlangt, andererseits soll sich immer alles in vorgegeben Bahnen bewegen.
Nur keine Querdenkerinnen oder Querdenker! Die stellen doch den ganzen Betrieb auf den Kopf.
Viele Beschäftigte empfinden die Arbeit des Personalrates als einen Kampf gegen Windmühlen. Die beschnittenen Arbeitnehmerrechte, der Rückgang der tarifbeschäftigten Arbeitsverhältnisse, die Verunsicherung durch den Arbeitsmarkt, politische Verhältnisse, die sich nur noch nach Marktpositionen richten und das Wort Gemeinwesen nicht mehr kennen. All diese Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass viele Beschäftigte resignieren.
Die da oben, die machen ja doch was sie wollen, heißt es dann.
Ja, das stimmt. Sie machen, was sie wollen. Aber wir können es ihnen ein wenig schwerer machen. Ein wenig komplizierter. Ein wenig umständlicher. Wir können darauf achten, dass sie die Gesetze einhalten – wenigstens ab und an.

Das ist für mich Grund genug, mich der Ohnmacht entgegen zu stellen.