Freitag

Der Freitag ist ein besonderer Tag. Fast immer und im Besonderen sowieso. Schön sind auch die Tage, an denen man verlorene Seelen wiederfindet, Bloggerinnenseelen um so mehr.

Schön sind manche Tage einfach durch sich selbst. Trotzdem muss ich schmunzeln und nicken bei der Idee ein verschlüsseltes Blog über alles was mich ankotzt zu beginnen.
Hab ich schon gemacht – und machen ich noch. Ein großer Erfolg ist das nicht. Weder für mich als Schreibende noch für die Leserinnen und Leser.

Violine entdeckt die Kreativität in sich, ausgelöst durch etwas, was ihr fehlt.

nicht über mich

der Mai weint
nicht über mich
denn ich
gebe ihm keinen Grund
zum Weinen
ich weine mit
dem Mai

Hingabe

Das Gefühl

nicht verstanden zu werden
und dann alles einzubringen
alles in die Waagschale legen

um zu zeigen:

Das bin ich
Das ist es mir wert

Ich gebe mich hin

Ein Leben für die Kunst

Beim Blättern in den Touristenseiten über Paris fiel mir eine Broschüre über den Montmartre in die Hand. Herzallerliebst war da die Künstlerkneipe Lapin Agile erwähnt in der mehrere Malergenerationen verkehrten.
Bei mir rief das die Touristenschlangen in Erinnerungen, die sich durch Montmartre schlängeln und die auch vor den großen Museen hartnäckig ausharren. Vincent van Gogh hätte das nicht gefallen. Er hätte geflucht und geschimpft.
Habt ihr denn keine Augen im Kopf? Seht ihr denn nicht, dass sich auch in eurer Umgebung die Künstlerinnen und Künstler abmühen? Dass sie ihre Leidenschaft geben, ihre Energie, ihr Leben. Was macht ihr mit denen? Ihr lasst sie hängen und vertrocknen.

Nein, ich übertreibe nicht. Es gibt einige Künstlerinnen und Künstler, die auch heute noch alles geben. So wie er damals. Vincent van Gogh mühte sich und quälte sich. Er hat viel erreicht, aber die Kunst geht weiter. Sie entwickelt sich weiter. Jeden Tag. Warum machen nicht mehr Menschen die Augen auf? Warum stellen sie sich immer nur in der Schlange an? Weil sie immer nur auf die Erfolgsstory setzen?

Ein bisschen Vertrauen in den eigenen Geschmack wäre angebracht. Kunst ist keine Geldanlage. Kunst ist Leben. Das ist ein bisschen so wie mit den Kindern: wenn ich keine eigenen habe, nehme ich trotzdem gerne am Lachen der Kinder in der Nachbarschaft oder der Verwandtschaft teil. Bei der Kunst ist es ähnlich. Wenn ich sie nicht selbst machen kann, freue ich mich doch über die Kunstwerke, die andere Menschen machen.

Lasst sie leben, die Kunst. Es lohnt sich.

Für die Kunst – nicht für mich

Jetzt habe ich auch einen Flattr-Account. Nicht für mich – für euch. Oder für die Kunst. Für die, die ich gerne sehe und lese. Paypal verdient leider wieder ziemlich mit. Aber es ist ein Versuch wert. Micropayment nennt sich das ganze. Ob es sich rentiert? Noch nicht, aber vielleicht bald.
Jedenfalls dann wenn es nicht nur Menschen gibt, die etwas wollen, sondern auch welche, die etwas geben. Ich mache das gerne, manchmal – und vorallem dann, wenn ich frei entscheiden kann.

Wie es funktioniert, habe ich noch nicht herausgefunden. Hab zunächst mal einen Betrag hochgeladen. Mal sehen, wie es weitergeht.

Die Piraten und die Frauen

zwei Welten, die nicht zusammen kommen. Ja, ja ich weiß: Es gibt bei euch Frauen, die behaupten, das wäre ganz richtig so. Es gab früher auch Sklaven, die ihre Freiheit nicht haben wollten und Frauen, die gegen das Frauenwahlrecht waren. Es ist alles eine Frage der Sicht.

Meine Sicht ist es, dass es in der heutigen Zeit keine Partei an die Macht schafft, die den Lebensalltag der Frauen nicht im Blick hat und das gelingt nur mit den Frauen und nicht gegen die Frauen.

Weitere Links – ganz ohne das Toilettenproblem – finden sich hier:
Die Piraten und ihr Frauenproblem
Postgender in Bingen
they are too smart to be sexists
Warum die Piraten eine Frauenquote brauchen

Nachtrag: Mir steht das Thema bis oben hin und ich frage mich wirklich, warum ich mich über diesen Versuch einer politischen Bewegung, die sich Partei nennt, so aufrege. Wahrscheinlich, weil mir klar wird, wie wenig in dieser Gesellschaft in der ich lebe, über die Lebenssituation, der jeweils anderen nachgedacht wird.
Hier hat auch jemand nachgedacht. Aber ich verstehe nicht ein Wort von dem, was er schreibt. Für mich hört sich das alles nach einer Rechtfertigung an. Da wird von linken und rechten Volksideologien gesprochen, von den hehren Zielen der Piratenpartei und dass die Unterscheidung von Frauen und Männer etwas für Stammtisch-Comödian sei.
Ich verstehe das nicht: Aber ich weiß, dass ein Verhalten bei dem einige einfach überrannt werden etwas ist, was für mich nicht richtig ist. Theorie hin, Theorie her.

Allerlei-rauh

„Einhundertvierundvierzig sog. Seelen hat unser Dorf, wenn man von Kühen, Schafen, Pekingenten, Hunden und Säuen absieht, mit denen wir gut eintausend wären, aber von Viehseelen spricht man hier nicht, obgleich sich alles um die gehörnten rot-weißen Rinder dreht, man ihnen fortwährend begegnet.“
Sarah Kirsch – Allerlei-rauh

ins Wanken

das Heft
nimmt sich das Buch
zur Stütze
erhöht
die eigene Position
solange
bis der Stapel
ins Wanken
gerät

Keine Frauentoilette

Es gibt eine Frauentoilette mit „Wegbeschreibung“ – wahrscheinlich am Bahnhof – 10 min. zu Fuß

twittert das Piratenweib vom Parteitag der Piraten. Da bleibt mir die Luft weg und ich frage mich, was sich die Piratinnen noch alles gefallen lassen. Da werden Kandidaten weggekickt, weil sie sich an die Anrede Liebe Piratinnen und Piraten halten, es gibt eine „Unisex“-Toilette und die Herren pöbeln ungeniert.

Was sollen sie jetzt tun, die Piratenfrauen: Sich unsichtbar machen, eine Geschlechtsumwandlung beantragen oder einfach dem Rat ihrer männlichen Parteikollegen folgen und das ganze als postgender betrachten?

Sorry, für mich ist das drei Schubladen zu tief. Mindestens.

Nachtrag: Ich tagge den Artikel mit Feminismus, dabei handelt er von Unverschämtheit, Unhöflichkeit, Zynismus.

Alleine bin ich nicht mit meiner Sicht auf diese Partei.

Sarah Kirsch

Mit der Gesamtausgabe von Sarah Kirsch als Beute bin ich heute nach Hause gekommen. Lyrik für’s Gemüt, Lyrik für die Seele. So fließend, so klar.

Alle Fontänen
Waren sichtlich betrunken sie schwankten im Wind wie
Fontänen

Ein vorsichtiges Zitat, das Ende des Gedichtes Moskauer Tag aus „Zaubersprüche“