Mit Kreide malen

Habt ihr früher mit Kreide auf den Boden gemalt? Ich komme darauf, weil die Vorleserin, das Gasmännchen in ihren Blog gestellt hat. Wir hatten nie Kreide. Die war viel zu teuer oder vielleicht gab es die für Kinder auch gar nicht zu kaufen. Wir haben immer nach Steinen gesucht, mit denen man etwas auf die Straße malen konnte. Das war ein anstrengendes Geschäft und bedurfte viel Phantasie, die Gemälde die mehr geritzt als gemalt waren zu erkennen. Manchmal fanden wir ein Stück Ziegel, das malte dann rot. Aber das brachte uns oft Ärger ein. Den Erwachsenen passten die roten Ziegelstückchen, auf der Straße gar nicht.

Der Frühling kommt bald. Merkt ihr es? Engl ist müde – und auf der Insel wird geträumt. Es muss bald Frühling werden

Die Liebe, die Liebe

will auch ab und an verlinkt sein. via Spreewaldperle (Twitter)

Und noch ein Link zu Liebe.

Viel Lärm

auf dem stillen Sammelmappen-Blog. Gedichte und Gedanken, Gefühle und Träume sind sonst die Themen. Kunst, Kultur und Verantwortung steht aber auch auf ihrer Fahne. Verantwortung ist gar nicht leicht zu tragen. Für die Leisen für allem dann nicht, wenn es laut wird. Aber manchmal bleibt mir nichts anderes übrig, dann muss ich mich in den Lärm stürzen, um der Verantwortung gerecht zu werden.

Trotzdem: Meine Lebenslautstärke mag ich lieber leise. Zart und sanft.

Setzt die Segel, Piratinnen

möchte frau da rufen. Setzt die Segel, und lasst euch nicht von den „dämlichen“-männlichen Sprüchen einlullen.

Die Gender-Debatte bei den Piraten anzustoßen bedarf großer Energiereserveren, schämen sich die männlichen Piraten doch nicht nicht einen solchen Unsinn zu verbreiten: Die Gender-Debatte sei überflüssig. Auf diese Sprüche ist schon die Frauengeneration vor mir hereingefallen, da war die Frauen-Debatte überflüssig, das würde sich schon alles von alleine lösen, wenn die politische Unterdrückung erst einmal beseitigt sei.

Lasst euch bloß nicht so einen Quatsch erzählen!

Piratinnen ahoi! Kann ich da nur sagen und jeder der meint, eine Piratin müsse laut Satzung ein Pirat sein, der leidet an einer Erkrankung, die das Gesichtsfeld erheblich einschränkt. Lasst euch nicht unterkriegen.

(Danke an Yetused für den Hinweis auf die gesetzten Piratinnen-Segel)

Wichtiges

und unwichtiges. Chinesisch lernen tritt manchmal in den Hintergrund und dann wieder in den Vordergrund. Alleine ist es schwierig, die Kleinstadt hält von Kursen ab. Die Motivation verschwindet und taucht plötzlich wieder auf.

Noch nie ist mir das Lernen der chinesischen Zeichen als verlorene Energie vorgekommen. Im Gegenteil, es hat etwas Magisches, etwas Magisch-Bodenständliches an sich. Mit dem Internet tun sich dabei alle Türen auf: Da ist das Zeichen

yao

yao - Hanzi-Zeichen

und hier sind seine ursprünglichen Varianten zu finden, seine etymologische  Einordnung. Alles kann man finden, aber am Wichtigsten ist es  weiter zu schreiben, weiter zu üben. Wenn die Zeit es erlaubt – und bei Gelegenheit den Silben und Tönen zu lauschen.

Im Ankerglas

„Zurück an meinem Tisch griff ich zur Schere und begann sorgsam und ohne zu zögern meine Manuskripte zu zerschneiden. Quer durch die Verse und Strophen schnitt ich Worte und Wortgruppen aus dem Papier, selten mehrere Zeilen am Stück. Das bereitete Freude, ein angenehmes Gefühl, ich kam gut voran, und so zerschnitt ich auch die vorigen Entwürfe und Fassungen, die im Schubkasten lagen, und füllte damit meine Ankergläser. Dann verschloss ich sie. Ich klebte ein Stück Rollenpflaster auf und datierte die Gefäße mit Jahreszahl und Saison: Herbst 1996. Ich hatte eingeweckt.“

Lutz Seiler in Die Hölderlin Ameisen

Ein Tanka

Was ein Haiku ist, das wusste ich, aber von einem Tanka hatte ich noch nie etwas gehört. Es ist älter als das Haiku und wird manchmal von zwei Personen im 5-5-7-7-7 Rhythmus geschrieben. Auch das Renga kannte ich noch nicht.
Gestolpert bin ich über ein erotisches Tanka bei der Rosenlust.

Das Hohelied der Ehe

kann ich euch nicht vorsingen, aber trotzdem musste ich schmunzeln als ich den den Blogeintrag Die Ehe kennt keine Lieder las. Es kann so sein, es muss nicht so sein. Wieder mal ist es schade, dass in der Sammelmappe viele Themen ausgeklammert sein müssen. Das Hohelied der Ehe, das könnte ich jedenfalls singen. In den hellsten Tönen und meine das nicht mal ironisch.
Die Ehe ist nichts anderes als einer der wenigen Beziehungszustände – ich will das mal so nennen – die in unserer Gesellschaft akzeptiert sind. Vielleicht kommt daher, das traurige Bild. Weil so viele Erwartungen dran hängen. Und genau darin liegt der Knackpunkt. Wenn die Erwartungen außen liegen, von außen kommen und nach außen erfüllt werden. Dann wird es schwierig, nicht nur mit der Ehe. Wenn die Erwartungen gar keine Erwartungen sind, sondern Traumzustände, Romantikattacken, Liebesspielereien, Händereichen, IndieAugen-Sehereien, Wut- und Zorngeschrei und Eifersuchtsgezicke. Dann kann man das auch das Leben der Zweisamkeit nennen. Mit und ohne Ehe.

Oh, ich könnte es doch singen: Das Hohelied der Ehe.

Am frühen Morgen

Am frühen Morgen gehöre ich noch ganz zu mir. Der Kopf ist leicht und frei, die Gedanken im warmen Bett oder hängen gar den Träumen nach. Der frühe Morgen, das ist meine Zeit.
Ein Morgen ohne Trödelzeit ist ein Verlust für mich. Ich mag diese Minuten am Morgen. Die Zeit rinnt ganz langsam dahin. Noch ist es ausschließlich meine Zeit, es sind meine eigenen Lebensminuten.
Aber dann, ganz plötzlich sind sie vorbei. Der Alltag tritt in den Vordergrund. Es kommt der Augenblick, von dem an ich mich beeilen muss, die Geschwindigkeit zieht an. Jetzt tritt die Außenwelt in mein Bewusstsein, jetzt ist es nicht mehr alleine meine Zeit. Ab diesem Zeitpunkt wird alles hochgeladen in mein Bewusstsein. Die Termine, die Aufgaben, die Probleme: die kleinen und die großen. Die Eigenheiten, die Menschen und die Launen, die mich erwarten werden.
Ganz plötzlich bin ich mittendrinn im Alltagskarussell. Es nimmt immer mehr Fahrt auf. Viel Schwung, der am Ende des Tages erst wieder ganz lange ausklingen muss.

Tage wie diese

Als Gegenmittel für diese hektischen Tage lasse ich mein Gedicht wirken.

die Gedanken
fallen wortlos durch
die Ruhe der Tage
die Gefühle
schwelgen in Zeitlosigkeit

ich strecke meine
Hände vor mir aus
um die Stimmung abzuschöpfen
mit bloßen Händen
mein Gesicht
mit Atmosphäre benetzen

„Tage wie diese – tränken mich“, schrieb ich damals in die Kladde. Wie recht ich hatte.