Mein Glück

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mein Glück liegt eingerollt in der Ecke
streckt sich behaglich und gähnt
mir verschwörerisch zu

Ausharren

Ausharren bis zum Schluss, lautet das Feedback der Insel. Obwohl ich Beharrlichkeit gerne als eine meiner Tugenden bezeichne, bereitet mir das Ausharren doch einige mentale Probleme. Als Motto wäre es nicht geeignet für mich.
Im Privatleben bin ich extrem lustgesteuert. Mit dem Alter verstärkt sich diese Neigung. Und nicht zu meinem Schaden, möchte ich noch hinzufügen. Meine Lebensqualität steigt, wenn ich meinen Bedürfnissen nachgehe.

Mir macht es immer Angst, wenn Menschen mir etwas von ihrem inneren Schweinehund erzählen, den sie besiegen müssen. So ein inneres Monster mit sich zu tragen ist ja auch beängstigend. Oder noch schlimmer: Die Menschen betrachten dieses Monster als einen Teil von sich. Wie ein riesiger Parasit – oder vielleicht doch eher wie ein Wehrwolf?

Wie auch immer, meine Linie ist klar. Private Zeit, persönliche Zeit, das ist meine Zeit. Sie gehört mir, meinen Gefühlen, meinen Bedürfnissen meiner Lust.
Die Selbstdisziplin hab ich zur Aufbewahrung ins Lager abgegeben. Früher war sie eine zeitlang sehr hilfreich, später mag sein, dass ich wieder auf sie zurück greifen will, aber jetzt gerade, kann ich überhaupt nichts mit ihr anfangen.

Sommerabend

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Dieser Sommer erinnert mich leicht an einen Weltuntergangsroman. Zuerst freuen sich alle über die Sonne und den Sommer, aber dann wird langsam klar, dass die Sonne jetzt der Feind sein wird und alles in eine Wüste verwandeln wird. Zum Schluss sterben alle, aber vorher gibt es noch eine Liebesgeschichte.
Als Szenario ist das überschaubarer als der Klimawandel. Obwohl der ja auch spektakuläre Bilder hergibt. Reißende Fluten, schmelzende Gletscher und Schlammlawinen machen schon was her. Interessiert aber trotz Storytelling nicht viele. Orkane und Tornados hätte der Klimawandel auch noch im Angebot, aber dann doch nicht so packend, dass wir uns Verhalten ändern würden.

Sommerloch

Früher gab es Alligatoren-Geschichten im Sommerloch, aktuell wird die Sommerflaute mit Landesverrat-Verdächtigungen gefüllt. Eine Tatsache, die viel aussagt über den Zustand unseres Landes. Leider ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Landesverrats-Konstrukt-Monster zuschlägt um einiges größer, als damals beim kleinen Sammi – oder wie das Tier auch immer hieß.

Das Schlechte an der Situation ist, dass jetzt ganz genau das passiert, was die Aktivisten immer als Szenario benannten: Die Überwachung wird eingesetzt, um die demokratischen Pfeiler ins Schwanken zu bringen. Nicht um uns mit der 1000%igen versprochenen Sicherheit zu beglücken.

Die Deutungshoheit über die Worte feindlich, Verrat oder auch demokratisch liegt nicht mehr in den Händen der Gesellschaft. Sie wurde uns weggenommen.
Wer die Deutungshoheit der Worte besitzt, besitzt die Macht über unsere Werte. Über unsere Leben.

Das Gute an der Situation ist, dass deutlich wird, dass es noch so viele Träumerinnen und Träumer gibt, die sicher sind, dass sie die Deutungshoheit wieder zurück gewinnen können.

Vernichtet

Sie haben den Dill innerhalb eines Tages ratzeputz weggefressen.

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Werden da jetzt Schmetterlinge draus?
Fressen sie alle anderen Kräuter auch auf?
Soll ich sie grillen, rösten und aufessen?

Nidaa Badwan

Farbenstark wie Gemälde wirken die Fotos von Nidaa Badwan. Wie Stillleben mit Frau.
Eine junge Frau in Gaza, die nach mehreren Gewalterfahrungen ihr Zimmer nicht mehr verlässt.

Aber uns lässt sie hinein.

Hier noch ein Artikel zu ihr.
Hier geht es zu Nidaa.
Und unterstützen könnt ihr sie auch.

Sicherheit

Alle Begriffe, auf die sich #Maaßen beruft, hat die #NSA doch längst pervertiert: #Geheimnis, #Staat, #Verrat @netzpolitik #landesverrat
(Twittet Carolin Emke)

Wer braucht schon Demokratie im Paradies der Sicherheit?

Aber zum Glück sind wir die Insel.

Hier und dort

Zum Wochenende die Mützenfalterin lesen.
Und mit der Stattkatze leiden.

Über Geschichten nachdenken. Wie lebensnotwendig sie sind. Das Leben ausmalen, damit es lebendig wird.

Letzte Zuflucht: Deutungshoheit.

Landesverrat

Was mich so traurig macht, an dieser Landesverrat-Sache ist, dass die Betroffenen immer noch so stark an die Demokratie- und Rechts-Strukturen der Bundesrepublik Deutschland glauben.

Sie glauben wirklich, dass wir und dieser Staat mit Transparenz zu retten sind. Aber hätten dann die Geheimdienste diese Macht?

Die Macht der Geheimdienste ist tödlich. Millionenfach erprobt – nicht nur für unprivilegierte Flüchtlinge aus Ländern, die ihre Bürgerinnen und Bürger nicht schützen können oder wollen.

Mir kommt das manchmal vor, als spielt da jemand mit einem Löwen und hält es für eine Wildkatze. Das geht nicht gut aus. So oder so.

Nicht, dass ich es mißbillige, den Löwen zu provozieren. Im Gegenteil. Das ist notwendig, wenn sich was ändern soll. Aber ich befürchtete, dass die Konsequenzen nicht so gut durchdacht sind, wie sie es sein müssten.
Sich einsetzen für Netzpolitik heißt sein Leben und seine Freiheit zu riskieren.
Der Macht pinkelt eine nicht ungestraft ans Bein.

Quellen schützen ist eine Kunst. Wenn du es nicht schaffst, ist ihr Leben in Gefahr.

Es ist alles so viel schlimmer, als der Mittelstand es sich vorstellen kann. Die Wiege der Demokratie ist schon lange gekidnappt.

Bilderkämpfe

War mit Jutta im Museum und bin aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen.
Freundschaften sind schon etwas ganz Besonderes. Sie stabilisieren nicht nur das Gemüt und die Seele, sorgen für Unterhaltung und Abwechslung, sie erweitern mir auch den Horizont und bringen Perspektiven und Sichtweisen in mein Leben, die ich sonst nicht kennen würde.

Mir gefällt es sehr, mich durch mir fremde Gedanken- und Ideenwelt tragen zu lassen. Sollte ich öfters machen.