Das Internet ist eine Grube. Ich grabe und grabe, finde eine Erinnerung nach der anderen. Lege meine Jugend frei und meine Kindheit. Da ist die Musik, da sind die Melodien, die Filme, die Fotos, die Bilder. Da tauchen Namen auf und Gefühle. Je mehr ich grabe und wühle, desto mehr verwandeln sich die Erinnerungen in Herzklopfen. Plötzllich bin ich wieder siebzehn, sechzehn oder einundzwanzig.
Alles ist da. sofort. Nicht auf Knopfdruck, aber auf einen Klick. Mein Herz das pocht.
Das ist keine Erinnerung.
Das bin ich.

War nicht so endgültig gemeint.
Claudia August 2nd,2011
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Klarnamenpflicht – für mich gehört dieses Wort in dieselbe Kategorie wie ethnische Säuberung. Da wird etwas verschleiert und ein Mäntelchen drüber gezogen. Bei der ethnischen Säuberung waren es Vertreibung und Völkermord, bei der Klarnamenpflicht ist es das Recht des Einzelnen sich in der Gesellschaft so zu bewegen, damit er keinen Schaden nimmt.
Klarnamenpflicht – das hört sich für viele Menschen offenbar nach Ordnung und Sauberkeit an. Wer nichts zu verbergen hat, der kann doch auch seinen Namen nennen, oder nicht?
Nein, will sie oder er vielleicht nicht. Vielleicht hat sie etwas zu verbergen und das ist ihr gutes Recht. Vielleicht soll nicht alles, was sie denkt, fühlt und sagt in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Die Freiheit sich anonym zu bewegen, ist Teil unserer Demokratie. Wir wählen immer noch anonym. Immer noch, schreibe ich. Vielleicht kommt in den nächsten Jahren jemand drauf und will endlich auch eine Klarnamenwahl, damit wir endlich sehen, wer uns diese FDP-Scheisse eingebrockt hat.
Spaß beiseite, das Internet ist kein verdammter rechtsfreier Raum, auch nicht wenn sich einige Menschen mit Pseudonymen darin bewegen. Dem Staat gelingt es ganz gut, fast alle Bewegungen nachzuvollziehen. So wie er im Moment auch noch gewähren kann, dass alle Wahlberechtigten nur einmal wählen. Das geht auch, ohne dass er den Wahlzettel kennt.
Aber ich befürchte, Dummheit setzt sich wieder einmal durch. Die Bevölkerung wird sich von den geweißten Sprüchen reinwaschen lassen. Klarnamenpflicht. Das klingt doch zu verführerisch nach Recht und Ordnung – und kein bisschen nach Staatsschutz und Überwachungsstaat.
Klarnamenpflicht ist der Anfang vom Ende der Demokratie. Vergeßt das nicht.
Klappentexte scheinen einem geheimen Schema zu unterliegen, das ich bis heute nicht verstanden habe. Offensichtlich geht es darum, möglichst nicht preis zugeben, was in dem Buch, das sie umklappen, geschrieben steht. Allerdings scheint eine Regel zu besagen, dass die Eigennamen mit dem Inhalt übereinstimmen sollen.
Nur so kann ich mir erklären, warum bei dem Buch von Marlene Streeruwitz folgendes steht:
„Eine globalisierte Welt schaffft globalisierte Schicksale.
In London ist alles anders. Alte Entwürfe scheitern und neue Lösungen tauchen auf. London, die globalisierte Stadt, ist eine Mitspielerin und nicht mehr nur Landschaft auf der Suche nach neuem Leben. Dann aber gerät Selma in das Terrorattentat des 7. Juli.“
Selma stimmt, London stimmt und die Attentate waren am 7. Juli. Der Rest? Zum Glück ganz anders als in dieser Beschreibung.
Alte Entwürfe scheitern, neue Lösungen tauchen auf – ich fasse es nicht! Das ist so dermaßen schwach, dass ich mich frage: für wie blöd werden die Leserinnen und Leser gehalten?
Der Artikel ist nicht nur etwas für das Personalratsblog. Den möchte ich auch den Sammelmappen-Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten. Internet und Abhängigbeschäftigte, das ist schon ein Thema für sich.
Eine Entlassung, die ausgesprochen wird, weil das Management kein Mitarbeiter_innen-Blog akzeptieren will. Ein Internetforum, das rund um die Uhr attackiert wird, weil es «negative Unternehmensnachrichten» sammelt. Eine Abmahnung durch die Geschäftsführung, weil ein Betriebsrat über die Gesundheitsrisiken von Schichtarbeit informiert. Codes of Conduct, die Angestellten von Konzernen “auf’s Aug gedrückt werden” und die niemand dahingehend überprüft, ob sie sittenwidrig und mit dem jeweiligen nationalen Rechtssystem vereinbar sind. Ein nicht angefochtenes Urteil in erster Instanz, das dem Betriebsrat pauschal jede Äußerung im Internet verbietet.
zum Artikel
und wieder wurde ich am „System Administrator Appreciation Day“ http://ur1.ca/4t8cr vergessen –
Wahrscheinlich weil ich meine Arbeit so gut mache, dass ich absolut unsichtbar für die Anwenderinnen und Anwender geworden bin. Vielleicht aber auch, weil nur Admine und Admins diesen Tag kennen?
bevor du die Lampe löschst
mach die Augen zu
und versichere dich
dass du in der Dunkelheit
den Überblick nicht verlierst
Kling schlimm! Wie kommts, dass du die Stimmungen als "fremd" erlebst? Ich betrachte alle Stimmungen als eigene und suche entweder…