Netzneutralität

Sieht so aus, als stecken wir im Moment in einer Sackgasse. Nicht nur praktisch, auch theoretisch.

27c3: Netzneutralität und Priorisierung – Ein Widerspruch.

Die Debatte über die Abschaffung der Netzneutralität läuft seit einiger Zeit deutschland- und weltweit. Ausgelöst wurde sie von Providern, die sich weigerten (oder weigern wollten) alle im Internet übertragenen Pakete gleich zu behandeln.

zum Artikel von Linus Neumann bei Netzpolitik

Mein Jahresrückblick

Rückblick und Vorschau – das hat Tradition in diesen Tagen.
Sich erinnern was war und sich konzentrieren auf das was kommt. Schon im letzten Jahr tat ich mir schwer mit einem öffentlichen Rückblick und dennoch hangle ich mich immer wieder an den Strukturen entlang.
Was war? Was ist? Wie wird es sein?
Je älter ich werde, desto behutsamer gehe ich dabei vor. Zeit wird kostbar. Immer kostbarer und immer mehr hasse ich es, sie zu verschwenden. Ebenso sehr wie Energie. Denn die habe ich auch nicht im Überfluss. Ich muss sie mir einteilen und das tue ich.
2010 war privat und persönlich ein ruhiges, entspanntes Jahr. Die Unebenheiten des Jahres fanden fast alle in meinem beruflichen Umfeld statt. Höhen, Tiefen und Schockstarre. Ein Jahr der Erschütterungen.
Zwei Pole, die weiter von einander kaum sein konnten.
2010 habe ich mich auch entschlossen, einen weiteren Lyrikband zu veröffentlichen. Ganz persönlich. Nicht für das große Publikum gedacht. Nur für mich und die, denen meine Gedichte gefallen.
Das ist ein Projekt ganz nach meinem Geschmack. Gedichte, Gedichte – Poesie und Lyrik. eine schönere Freizeitbeschftigung kann ich mir im Moment kaum vorstellen.
Sie gibt Kraft – und die kann ich brauchen. sehr gut brauchen.

Ach ja – und ein paar Pläne für das nächste Jahr habe ich auch schon. Der größte Schatz sind die Klagenfurt-Pläne, auf die freue ich mich sehr. Ich glaube, es kann kommen, das Neue Jahr. Bei mir ist es willkommen!

Brief an D.

»Du wirst zweiundachtzig. Du bist sechs Zentimeter kleiner geworden, du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe dich mehr denn je. Wieder trage ich eine verzehrende Leere in meiner Brust, die einzig die Wärme deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag.«

So beginnt die Liebesgeschichte von André Gorz, die er seiner Frau Dorine widmet.

Gute Zitate darf man auch ein zweites Mal bringen, dachte ich mir, als ich das kleine Büchlein heute zur Lektüre mitnahm und suchte in der Sammelmappe nach dem fuliminaten Anfangszitat – aber ich wurde nicht fündig. Wahrscheinlich ist es eine der Seiten, die dem großen Crash zu Beginn des Jahres zum Opfer gefallen sind. Also nichts wie rein in die Sammelmappe.
Samt Schluss:

Ich will nicht bei Deiner Einäscherung dabei sein; ich will kein Gefäß mit Deiner Asche bekommen. Ich höre die Stimme von Kathleen Ferrier, die singt: “ Die Welt ist leer, ich will nicht leben mehr.“, und wache auf. Ich lausche auf deinen Atem, meine Hand berührt Dich. Jeder von uns möchte den anderen nicht überleben müssen. Oft haben wir uns gesagt, dass wir sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbringen möchten.“

Geschrieben hat André Gorz den Text zwischen März und Juli 2006. Im September 2007 nahm sich das Ehepaar gemeinsam das Leben.

Abhanden gekommen

Mir ist meine Kreativität abhanden gekommen. Sie hat mich verlassen ohne sich vorher bei mir abzumelden. Jetzt sitze ich hier und weiß nicht recht, was ich machen soll. Auf sie warten? Die Weihnachtsplätzchen essen? Einen Chianti trinken gehen? Was macht macht frau in so einem Fall? Bin doch dringend auf sie angewesen. Die Stunden sind genau verplant und jetzt ist sie seit 36 Stunden abgängig. Ob ich sie schlecht behandelt habe? Möglich wäre auch, dass sie sich nur schlecht behandelt fühlt. Sie ist immer so sensibel. So eine kleine Mimose. Dabei hält sie doch wirklich eine Menge aus. Lässt sich durch öd und dröge Alltagstage schleppen ohne jemals zu jammern. Aber jetzt das.

Jetzt bin ich aufgeschmissen. Sie hätte doch vorher mal was andeuten können. Das ihr das nicht passt, immer so mitgeschleift zu werden. Kann ich ja verstehen. Aber jetzt? Was mache ich jetzt ohne sie?

Ich mach mal die Tür auf. Vielleicht kommt sie ja zurück.

Im Schneetreiben

Im Schneetreiben zum MRT. Bei Hypermethylierung und der Kombination Strahlen und Temodal erscheint das Rezidiv im Mittel nach 10,1 Monaten. Seit meiner OP sind jetzt genau 10,1 Monate vergangen. Wenn ich richtig rechne, bedeutet das einen Münzwurf.

In Princeton haben sie dreißig Jahre lang ein Institut gehabt, in dem versucht wurde zu zeigen, daß – in sehr großen Testreihen – Münzwürfe mit Gedanken beeinflußbar wären. Geringfügig, aber signifikant. Nach Millionen von Würfen wurde das Institut 2007 aufgelöst.
Weil man manche Tipps nicht oft genug verlinken kann.

Touchscreen

In der Arbeit gibt es jetzt mehrere Smartsboards. Ich hielt das ja immer für Pippikram. Es kommt doch nichts gegen die gute alte Tafel an. Nun ja, eine moderene ist dann doch besser. Auch besser als die doofen Flipcharts, die konnte ich noch nie leiden.

Aber die Smartboards gewinnen wirklich, wenn man davor steht. Von ihnen geht eine Dynamik aus, die Spaß macht. Vielleicht weil es so lebendig wirkt?

Nicht von den Smartboards, sondern ganz allgemein die Funktionsweise der Touchscreens zeigt dieses Video anschaulich. Ich nehme es mit in die Sammelmappe auf, damit ich den Link später wiederfinden kann. Es ist toll erklärt. Der magische Finger.

Sendung mit der Maus erklärt den TouchScreen

YuccaTree Post + — Selbst wenn man weiß, wie die Dinger funktionieren: Die guten, alten, erklärbärigen Videos aus der Sendung mit der Maus finde ich bestimmt nicht als einziger sehr entspannend. Und immer wieder interessant sowieso – auch für uns Große. [via t3n] Feel free to Flattr this post at flattr.com, if you like it. mehr →

Gesicht

Immer wenn ich wieder damit beginne, die chinesischen Zeichen, die ich schon mal konnte, zu üben, dann frage ich mich, warum ich das nicht öfters mache. Es ist eine schöne Beschäftigung: Die Konzentration auf die Striche und Strichfolgen, der Versuch zum harmonischen Ganzen zu kommen, die Ausgewogenheit herzustellen. Das bringt mich in eine angenehme Stimmung.

Vor einigen Tagen habe ich nach dem Zeichen für Schnee gefragt und da wurde mir grinsend geantwortet: Es sei der Regen mit dem Zeichen für den Besen unten dran. Sehr praktisch. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können.

Bei den animierten Schriftzeichen konnte ich das Zeichen für Schnee leider nicht finden. Aber das für das Gesicht.

Das habe ich heute ausgesucht.

Chinesisches Zeichen für Gesicht

Chinesisches Zeichen für Gesicht

Schatten an der Wand

Wolken ziehen über mir
vertuschen das Ziel
halten fest ohne anzuhalten
innehalten ist unmöglich
das Herz klopft viel zu schnell
trotzt der Gefahr schon lange nicht mehr
Alltag hämmert gnadenlos ein
Stigma und Marke für ein gebranntes Kind
Glaub nicht: Du hast den Berg bestiegen
Sieh dich um: du wirst kein Ende sehen
das Licht im Tunnel ist ausgelöscht
die Schatten an der Wand
wirft deine Seele

Das Wunder DB

Es ist ein Wunder, dass überhaupt was fährt – ist der Artikel der Morgenpost übertitelt indem ein Mitarbeiter der Bahn zu Wort kommt und aus der Innensicht eines Zugchefs erzählt.

In der Regel bin ich ja der Meinung, dass die Bahn besser ist als ihr Ruf. Ich fahre ja häufig mit ihr und wenn ich zu spät zu meinen Sitzungen komme, dann meist, weil mich eine Autofahrerin oder ein Autofahrer mitgenommen hat und wir zwanzig Runden auf Parkplatzsuche verbrachten bzw. im „unvorhergesehenen“ Stau gestanden haben. Wie gesagt: Überall kann auch was schief gehen und wenn es bei der Bahn schief geht, dann kriegen es halt alle mit. Andererseits kriege ich auch seit Jahren mit, wie viel auf dem Rücken von Personal und Kunden ausgetragen wird.

Die wenigsten Bahnhöfe sind barrierefrei. Wer Bahn fahren will muss körperlich fit und möglichst ohne großes Gepäck sein. Nur so funktioniert es im Nahverkehr. Das ist in anderen Ländern anders. Komplett anders.

Die Wartungsmängel, die jetzt zum Tragen kommen sind auch erst die Spitze des Eisbergs. Geld für die Wartung sieht man zu nächst nicht. Es funktioniert nur alles reibungslos. Fehlt es, dann wird hier das Wetter, dort der Zufall und ein anderes Mal die Kunden selbst als Urasache genannt, die den planmäßigen Ablauf stören.

Werte-Monolog

Was sind Gedichte wert? Was ist Ruhm wert? Was ist Anerkennung wert? Was ist die Liebe wert? Was ist Berührung wert? Was ist Ekstase wert? Was ist Erleuchtung wert?
Was bin ich mir wert?
Was ist mir die Wahrheit wert? Was ist das Leben wert? Und was der Tod? Was ist die Freiheit wert und was die Niederlage? Was macht den Frieden aus und bin ich mir mein Leben wert?
So viele Fragen ich auch stelle: nicht einen Millimeter komme ich an den Wert der Wertschätzung heran, nicht einen winzigen Schritt komme ich der Antwort näher.

Gedichte sind Gedichte und der Ruhm ist nicht immer rühmlich, die Anerkennung geben die anderen und die Liebe wächst aus mir. Geschichten und das Leben berühren mich und in Ekstase gerate ich nur selten, dafür fühle ich mich von Jahr zu Jahr der Erleuchtung näher. Ich fühle mit mir und kenne die Facetten der wahren Geschichten. Das alles ist mein Leben; begrenzt durch den Tod. Wie leicht fühlt es sich doch an: frei zu sein, trotz mancher Niederlage.

Der Wunsch nach Frieden wird so selten erhört und trotzdem bin ich:
der Mittelpunkt meines Lebens