Keine Liebe auf den ersten Blick

Die Grünen und der Computer – hihi. War gar nicht so einfach, die Annäherung.

Die Einführung der Computertechnik gestaltet sich für die Grünen im Bundestag so schwer, wie für andere der Ausstieg aus der Atomindustrie.

Das eine hat sich entschieden verändert in 22 Jahren, das andere leider immer noch nicht.

via Spiegelfechter

EU-Justizminister für Netzsperren

Die Sammelmappe kommt nicht zur Ruhe und zu der gewohnt leisen und ruhigen Stimmung. Das liegt an den Erschütterungen von außen. Das Netz wird durchgeschüttelt und gerüttelt. Heftig. Machtkampf auf Machtkampf folgt. Wenn wir nicht aufpassen, dann ist das Netz bald nur noch eine riesige Kommerzplattform. Es lebe der Kapitalismus und die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung!
Die Zeit ist knapp!

#Censilia wird gerade immer akuter: Die Justizminister der EU-Mitgliedsstaaten haben sich gestern darauf geeinigt, dass sie Internetseiten mit Darstellungen von Kindesmissbrauch löschen und sperren wollen. Damit ist die Linie der Bundesregierung und Rumäniens, die sich auf das Löschen konzentrieren und den Aufbau einer Zensurinfrastruktur verhindern wollten, an einer fehlenden Sperrminorität gescheitert.

von Ralf Bendrath

Konkrete Aktionsvorschläge und weiterführende Links gibt es u.a. von Kirsten, die hier auch immer mal wieder schreibt. Bei EDRi wird in Kürze eine Kampagnenseite eingerichtet. Ihr könnt aber schon mal anfangen, die Abgeordneten des EP-Innenausschusses anzurufen. Weitere Inspiration bietet u.a. MOGIS. (Christian fährt nächste Woche wieder nach Brüssel und braucht dringend Spenden!)

Andere Meldungen dazu: Gruen-Digital, heise/dpa, gulli.

Wikileaks – nächster Akt

Spannend bleibt es ja, das kann ich nicht anders sagen. Jetzt hat Paypal das Wikileaks-Konto gelöscht. Udo Vetter meint auf Twitter dazu:
PayPal: „WikiLeaks betrügt nicht auf ebay, zockt nicht online ab und wäscht auch kein Geld. Deshalb mussten wir das Konto leider schließen.“

PayPal sperrt Spendenkonto von Wikileaks
Spenden zur Unterstützung der Enthüllungs-Plattform Wikileaks können nicht mehr über den Bezahldienst Paypal abgewickelt werden.

(oder bei Heise)

Was bedeutet das für uns? Kein Kauf mehr bei Amazon, keine Paypal-Überweisung, keine Google-Nutzung? Wie soll das gehen? Vielleicht funktioniert es, wenn wir uns mehr Mühe geben und uns mehr Gedanken machen. Vielleicht müssen wir mehr lernen. Von Menschen wie denen, die auf Keimform schreiben.
Oh je, ich gebe zu: Das wird ein anstrengender Weg.

Hier sind übrigens noch Weg für Spendenmöglichkeiten für Wikileaks (ob Spenden angebracht sind, weiß ich nicht, das sollte jede und jeder für sich selbst entscheiden.) Read the rest of this entry »

Die Bloggerin des Jahres 2010

An die Formullierung Bloggermädchen des Jahres kann ich mich nicht gewöhnen. Auch über die Selbstbezeichnung Mädchenmanschaft stolpere ich immer noch. Hoffentlich kommt niemand von ihnen auf die Idee das Wort Fräulein wieder herauszuholen, denke ich bei mir. Unabhängig von meiner Aversion gegen die Verniedlichungsmechanismen sind die Frauen von der Mädchenmanschaft, eine klasse Bloggerinnen-Truppe und die Idee Ausschau zu halten, nach der Bloggerin des Jahres 2010 gefällt mir gut.

Das Jahr geht zu Ende, und das heißt nicht nur Plätzchen, Glühwein, Jahresrückblickssendungen, sondern auch: Wir suchen wieder das Bloggermädchen des Jahres.
Bin gespannt, wie sich die Wahl entwickelt.

Mein Favorit ist eindeutig Antje Schrupp. Sie geht so viele verschiedene Gender-Themen völlig unverkrampft und dennoch mit viel Tiefe und Sachwissen an und verwandelt das alles in lesbare, anregende Artikel. Das finde ich klasse!

Not Waving but Drowning

Mein Leben lang war ich viel zu weit draußen
war nicht am Winken
sondern am Ertrinken

(Stevie Smith)

ausgehaucht

heute
und nicht nur heute
atmet es sich schwer
leichter wäre es
wenn die Luft dünner wäre
hauchzart
hauchfein

ein Hauch von Leben
ausgehaucht

Was ist da los?

Wikileaks ist auf der org-Domain nicht mehr erreichbar.

Der DNS-Provider EveryDNS.net hostet nicht mehr die Domain wikileaks.org und verweist auf die anhaltenden DDoS-Angriffe auf die Whistleblower-Webseite. Zuvor hatte bereits Amazon Wikileaks von seinen Cloud-Servern geworfen.

Im Laufe des Tages sind sie hin und hergezogen. Unter http://213.251.145.96/ sind sie auch ohne DNS erreichbar. Obwohl immer noch nicht richtig klar ist, wer hinter wikileaks steckt und wohin ihr Weg geht. Eins ist klar: Die Feinde sind mächtig und mächtig ist auch die Power, die sie entgegenstellen. Es wird immer spannender den Machtkampf zu beobachten.

Amazon hat auf den Vorwurf reagiert, man habe Wikileaks auf Druck der US-Regierung hin als Kunde rausgeschmissen. Das sei nicht korrekt, man habe Wikileaks lediglich rausgeschmissen, weil die in der Cloud gehosteten Daten die eigenen AGB verletzten.

Die Verschwörungstheorie lautet natürlich, dass die US-Regierung dahinter steckt.

Was es auch immer ist, es ist ein historischer Machtkampf. Ein Kampf, der wahrscheinlich entscheidet, wie das Internet in zehn Jahren aussieht. Keep us strong. Das wünsche ich mir, weiß aber nicht genau, ob ich damit wikileaks meine.

Hier geht’s zum Interview, das Julian Assange heute dem Guardian gab.

Julian Assange answers your questions
The founder of WikiLeaks, Julian Assange, answers readers‘ questions about the release of more than 250,000 US diplomatic cables

Freiheit und Gerechtigkeit für Doğan Akhanlı

Der Schriftsteller und Menschenrechtler Doğan Akhanlı ist am 10. August 2010 in die Türkei eingereist. Nicht heimlich, nicht auf Umwegen, sondern unter eigenem Namen, mit eigenem deutschen Pass und über den Istanbuler Flughafen. Er wollte seinen Vater und sein Heimatdorf besuchen.
Seit dieser Stunde sitzt er in türkischer Haft. … …

Rußland und Katar

Es ist ja nicht unbedingt mein Thema: Fußball. Soll er doch rollen der Ball. Und die FIFA. Dass die korrupt ist, ist doch schon lang ein offenes Geheimnis. Aber jetzt tragen sie wirklich dick auf. Können sie ja auch machen. Die Fans maulen und machen dann trotzdem mit. Da wünschte ich mir doch ein kleines Leaks, das ein paar FIFA Menschen bloßstellt. Aber würde das jemanden interessieren? Wahrscheinlich nicht.

Katar kennt so etwas wie ein Parlament natürlich nicht und über die Frauenrechte sprechen wir an dieser Stelle am Besten gar nicht erst.

Und Russland: Nun ja. Ich sag jetzt nichts.

Offene Briefe gegen den JMStV: Und jetzt alle!

Ich kann immer noch nicht sagen, dass ich den Durchblick hätte. Was ist zu tun. Alles harmlos oder was? Manche sagen so, andere so. Ehrlich gesagt: Ich kann mir ein Leben ohne Blog gar nicht mehr vorstellen. Aber was ist zu tun? Die Artikel und Meinungen überschlagen sich.

Wenn man sich mit sehr speziellen Problemen beschäftigt, entwickelt man oft so etwas wie einen Tunnelblick. Je tiefer man in die Materie eintaucht, um so mehr wundert man sich, warum nicht auch andere Menschen merken, dass in diesem ganz speziellen Fall etwas ganz mächtig schiefläuft.
zur Netzpolitik

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