Die Sammelmappe kommt nicht zur Ruhe und zu der gewohnt leisen und ruhigen Stimmung. Das liegt an den Erschütterungen von außen. Das Netz wird durchgeschüttelt und gerüttelt. Heftig. Machtkampf auf Machtkampf folgt. Wenn wir nicht aufpassen, dann ist das Netz bald nur noch eine riesige Kommerzplattform. Es lebe der Kapitalismus und die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung!
Die Zeit ist knapp!
#Censilia wird gerade immer akuter: Die Justizminister der EU-Mitgliedsstaaten haben sich gestern darauf geeinigt, dass sie Internetseiten mit Darstellungen von Kindesmissbrauch löschen und sperren wollen. Damit ist die Linie der Bundesregierung und Rumäniens, die sich auf das Löschen konzentrieren und den Aufbau einer Zensurinfrastruktur verhindern wollten, an einer fehlenden Sperrminorität gescheitert. von Ralf Bendrath
Konkrete Aktionsvorschläge und weiterführende Links gibt es u.a. von Kirsten, die hier auch immer mal wieder schreibt. Bei EDRi wird in Kürze eine Kampagnenseite eingerichtet. Ihr könnt aber schon mal anfangen, die Abgeordneten des EP-Innenausschusses anzurufen. Weitere Inspiration bietet u.a. MOGIS. (Christian fährt nächste Woche wieder nach Brüssel und braucht dringend Spenden!)
Was bedeutet das für uns? Kein Kauf mehr bei Amazon, keine Paypal-Überweisung, keine Google-Nutzung? Wie soll das gehen? Vielleicht funktioniert es, wenn wir uns mehr Mühe geben und uns mehr Gedanken machen. Vielleicht müssen wir mehr lernen. Von Menschen wie denen, die auf Keimform schreiben.
Oh je, ich gebe zu: Das wird ein anstrengender Weg.
Hier sind übrigens noch Weg für Spendenmöglichkeiten für Wikileaks (ob Spenden angebracht sind, weiß ich nicht, das sollte jede und jeder für sich selbst entscheiden.) Read the rest of this entry »
An die Formullierung Bloggermädchen des Jahres kann ich mich nicht gewöhnen. Auch über die Selbstbezeichnung Mädchenmanschaft stolpere ich immer noch. Hoffentlich kommt niemand von ihnen auf die Idee das Wort Fräulein wieder herauszuholen, denke ich bei mir. Unabhängig von meiner Aversion gegen die Verniedlichungsmechanismen sind die Frauen von der Mädchenmanschaft, eine klasse Bloggerinnen-Truppe und die Idee Ausschau zu halten, nach der Bloggerin des Jahres 2010 gefällt mir gut.
Mein Favorit ist eindeutig Antje Schrupp. Sie geht so viele verschiedene Gender-Themen völlig unverkrampft und dennoch mit viel Tiefe und Sachwissen an und verwandelt das alles in lesbare, anregende Artikel. Das finde ich klasse!
Im Laufe des Tages sind sie hin und hergezogen. Unter http://213.251.145.96/ sind sie auch ohne DNS erreichbar. Obwohl immer noch nicht richtig klar ist, wer hinter wikileaks steckt und wohin ihr Weg geht. Eins ist klar: Die Feinde sind mächtig und mächtig ist auch die Power, die sie entgegenstellen. Es wird immer spannender den Machtkampf zu beobachten.
Was es auch immer ist, es ist ein historischer Machtkampf. Ein Kampf, der wahrscheinlich entscheidet, wie das Internet in zehn Jahren aussieht. Keep us strong. Das wünsche ich mir, weiß aber nicht genau, ob ich damit wikileaks meine.
Hier geht’s zum Interview, das Julian Assange heute dem Guardian gab.
Julian Assange answers your questions
The founder of WikiLeaks, Julian Assange, answers readers‘ questions about the release of more than 250,000 US diplomatic cables
Der Schriftsteller und Menschenrechtler Doğan Akhanlı ist am 10. August 2010 in die Türkei eingereist. Nicht heimlich, nicht auf Umwegen, sondern unter eigenem Namen, mit eigenem deutschen Pass und über den Istanbuler Flughafen. Er wollte seinen Vater und sein Heimatdorf besuchen. Seit dieser Stunde sitzt er in türkischer Haft. … …
Es ist ja nicht unbedingt mein Thema: Fußball. Soll er doch rollen der Ball. Und die FIFA. Dass die korrupt ist, ist doch schon lang ein offenes Geheimnis. Aber jetzt tragen sie wirklich dick auf. Können sie ja auch machen. Die Fans maulen und machen dann trotzdem mit. Da wünschte ich mir doch ein kleines Leaks, das ein paar FIFA Menschen bloßstellt. Aber würde das jemanden interessieren? Wahrscheinlich nicht.
Katar kennt so etwas wie ein Parlament natürlich nicht und über die Frauenrechte sprechen wir an dieser Stelle am Besten gar nicht erst.
Ich kann immer noch nicht sagen, dass ich den Durchblick hätte. Was ist zu tun. Alles harmlos oder was? Manche sagen so, andere so. Ehrlich gesagt: Ich kann mir ein Leben ohne Blog gar nicht mehr vorstellen. Aber was ist zu tun? Die Artikel und Meinungen überschlagen sich.
Wenn man sich mit sehr speziellen Problemen beschäftigt, entwickelt man oft so etwas wie einen Tunnelblick. Je tiefer man in die Materie eintaucht, um so mehr wundert man sich, warum nicht auch andere Menschen merken, dass in diesem ganz speziellen Fall etwas ganz mächtig schiefläuft. zur Netzpolitik