Tag der Unentschlossenheit

Schreib ich was oder schreibe ich nichts? Ich habe viel zu sagen, aber gehört es hierhin? Hier in die Sammelmappe? Viel lieber möchte ich ein Foto posten, ein Bild sagt mehr als tausend Worte heißt es. Nun ja, in diesem Fall sind es vielleicht nur drei oder dreizehn? Macht nichts. Es ist nicht wichtig. Oder vielleicht doch?

Aber vielleicht sollte ich lieber spazierengehen? Raus in die Sonne, aber die scheint doch gar nicht. Macht nichts, ich kann auch ohne Sonne spazierengehen, nur die Küche, die müsste wieder mal aufgeräumt werden. Wer hat die denn so verunstaltet? Aber Küche aufräumen macht keinen Spaß, dann schreibe ich doch lieber was. Aber soll ich das wirklich hier posten.

Ich drück mal auf den Planungsbuttom, dann kann sich das System selbst aussuchen, wann es diesen unentschlossenen Eintragposten möchte.

Was ist Krankheit?

Leben basiert grundsätzlich auf zwei Komponenten: Energie und Substanz. Ist eine der beiden Komponenten nur unzureichend oder übermäßig vorhanden ist der Mensch krank. Fehlt eine Komponente ganz, gibt es kein Leben. Tod bedeutet, dass Energie und Substanz sich voneinander trennen.

Auszug aus dem Buch “Ernährung nach den Fünf Elementen” von Barbara Temelie.

Vor meinem Fenster

Spielplatz

Opel, wir schaffen das!

Irgendwie putzig wie die Politiker, die uns jahrelang über die Vorteile der Globalisierung belehrten, jetzt verzweifelt versuchen, die original deutsche Autofirma Opel mit den original deutschen Arbeitsplätzen, aus dem Gewirr eines Weltkonzerns rauszufädeln. Patente weg, Namen weg, Gewinne weg – aber den Rest holen wir uns. Ganz sicher. Notfalls mit Gebet. Wir sind Deutsche! Wir schaffen die Deutsche Globalisierung in der Krise.

Das wird schon noch, liebe Opel-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter! Unsere Politiker sind dran. Sie sind findig und werden werden mit fachkundiger Unterstützung eine deutsche Lösung finden.

So ähnlich wie Herr Zumwinkel – oh nein!, Verzeihung. Das war die andere Baustelle. Der hat nichts mehr am Hut mit der deutschen Lösung und zieht sich in die Burg zurück. Aber es gibt noch andere, die sich später auch gerne eine Burg kaufen möchten.

(Von außen erinnert die Burg an das Gefängnis, das er verdient hätte. Ein freudianisches Schuldeingeständnis?)

Aber zurück zu Opel: Wir schaffen das! Wir sind schließlich wer: Wir sind Deutsche!

Gewaltfrei leben

Im Laufe der Woche hatte ich angekündigt einen Eintrag über gewaltfreies Leben, gewaltfreie Sprache und gewaltfreies Verhalten im Alltag zu bloggen und dabei zu erläutern, dass es dabei auch um einen Generationskonflikt geht. Aber nun habe ich mich dafür entschieden, das Thema erst nach ein paar Wochen zu veröffentlichen, denn für mich ist es ein zentrales Lebensthema und deshalb möchte ich es nicht nur im Zusammenhang, mit dem Amoklauf und dem Streitthema gewaltbesetzte Computerspiele betrachten. Obwohl ich zugebe, dass die Diskussion mir die Augen geöffnet hat: dass die Situation viel bedrohlicher ist, als ich zunächst annahm.

Ich habe auch festgestellt, dass ich in vieler Hinsicht in der Vergangenheit eine tolerante Haltung vertrat die etwas zu lässig war. Einerseits verständlich: denn in meiner realen Umgebung bin ich mit dem Thema so gut wie gar nicht konfrontiert, deshalb habe ich das bei meinen “virtuellen” Kontakten ähnlich vorausgesetzt.

In der Hinsicht, hat die Diskussion, die über mich hereingebrochen ist, genau das Gegenteil bewirkt als das, was die Diskutierenden erreichen wollten. Sie hat mich hellhörig gemacht. Sehr hellhörig. Und das was ich da höre, gefällt mir gar nicht.

Lieber allein als gemeinsam einsam

Lieber allein als gemeinsam einsam, sang der Schnulzensänger Ende der 70er Jahre. Voll Zufriedenheit zu frieren, ging es – meine ich – weiter. Jedenfalls singe ich es immer so, wenn ich meinen Berg hochsteige.

Ich habe gerade eben nach diesen Zeilen in der Sammelmappe gesucht, weil ich so sicher war, dass ich das Lied hier schon mal zitiert habe, aber da scheine ich mich getäuscht zu haben. Jedenfalls hole ich das hiermit sofort nach, denn die Zeilen haben ihren Reiz für mich.

Da ist etwas dran.

Nicht vergessen: Morgen ist PI-Tag

Wie schon im letzten Jahr, will ich auch dieses Mal an diesen wichtigen Tag erinnern. Am 14. März treffen sich weltweit Wissenschaftler und Künstler um den PI-Day zu feiern. PI-Tag, was ist das? Ein inoffizieller Feiertag, der zu Ehren der mathematischen Kreiszahl Pi abgehalten wird.

Wer es gerne mathematisch mag, darf auch gerne mal wieder bei meinem Matheblog vorbei schauen. Ich blogge dort zwar erheblich weniger, als in der Zeit, als ich am Mathebuch arbeitete, aber ab und zu finde ich immer noch interessante Sachen, die ich dort verlinke.

Das schlimmste ist, dass die Lehrer nicht mit uns darüber sprechen

Das schlimmste ist, dass die Lehrer nicht mit uns darüber sprechen, sagt die 17-jährige, die mir am Herzen liegt. Klar, haben wir Angst. Wir denken an die vielen Mitschüler, die gemobbt werden und so viele ziehen sich zurück und wir wissen so wenig darüber.

Was ging mir in den letzten 30 Stunden alles durch den Kopf?

Alptraumartige Panik, verständnistlose Kommunikation, Entsetzen, Unverständnis, der Wunsch einen Sinn im Wahnsinn zu finden oder die Welt einfach ausknipsen zu können, dann kurz zurückspulen und noch mal neu und ohne Amoklauf weiter laufen zu lassen.

Was habe ich in den letzten 30 Stunden erfahren ?
Dass die Menschen, den Menschen nicht zuhören. Dass sie ein oder zwei Reizwörter aufgreifen und sich dann daran hoch ziehen. Dass es Menschen gibt, die der Ansicht sind, man könne ein gewaltfreies Leben führen, aber gleichzeitig eine gewaltbesetzte Alltagssprache verwenden und sich gewaltbetonen Freizeitbeschäftigungen hingeben.

Was habe ich in den letzten 30 Stunden gelernt?

Dass ein gewaltfreies Leben und Handeln nicht so selbstverständlich ist, wie ich das annahm. Dass ich eine sehr enge Sicht auf die moralische Anforderung der Lebensführung habe.
Dass viele Menschen nur ihre eigenen Kinder meinen, wenn sie von unseren Kindern sprechen.

SchreckensMänner – Versuch über den radikalen Verlierer

Das ist der Titel eines Essays von Hans Magnus Enzensberger. Er zeichnet ein düsteres, aber wahrhaftiges Bild.

Der Eifer, mit dem Schüler und Gotteskrieger, Familienväter und Selbstmordattentäter mit Schrotflinten und Bomben ihrem eigenen und dem Leben möglichst vieler anderer ein Ende machen, ist den meisten von uns rätselhaft. »Man muß nicht alles verstehen, aber ein Versuch kann nicht schaden«: Das ist das Motto dieses Essays, den Hans Magnus Enzensberger dem »radikalen Verlierer« widmet. Gibt es, jenseits aller Ideologie, Gemeinsamkeiten zwischen dem einsamen Amokläufer, der in einem deutschen Gymnasium um sich schießt, und den organisierten Tätern aus dem islamistischen Untergrund? Größenphantasie und Rachsucht, Männlichkeitswahn und Todeswunsch gehen auf der verzweifelten Suche nach einem Sündenbock – beim isolierten Täter wie im Kollektiv der Fanatiker – eine brisante Mischung ein, bis der radikale Verlierer explodiert und sich und andere für sein eigenes Versagen bestraft.