Das größte Hörspiel aller Zeiten.
„Unendlicher Spaß“ heißt der Roman von David Foster Wallace und nun wurde daraus ein wunderbares Hörspiel. Jede der 1404 Seiten von einem anderen Menschen eingelesen und dazu Musik von der „Goldenen Maschine“, die eine sich ständig wandelnde Musik komponiert.
Im Moment ist das Hörspiel noch im Aufbau.
Die Idee und die Umsetzung ist ganz fantastisch!
Viele Menschen mögen Verbote. Habt ihr das mal beobachtet? Wie manche Menschen aufblühen, wenn es wieder ein neues Verbot gibt?
Das ist ihre Vorspeise. Das Rezitieren der Verbote. Gut, dass sie nicht in einer Zeit geboren wurden, wo es nur Gebote gab. Grauslig. Ganz grauslig. Kein einziges Verbot und nur zehn Gebote.
Zum Glück sind wir über diese Vorzeiten hinweg und verfügen über ein etabliertes Rechtssystem und eine Verwaltungsbürokratie, die die Verbotskultur sorgfältig und nachhaltig pflegt.
Ah, was ist es doch schön, andere auf ihre Verbotsübertretungen aufmerksam zu machen! Was für ein schmackhaft es Hauptgericht.
Es gibt Menschen, die machen ein Hobby für sich daraus. Jeden Tag ein paar Verbotsübertreterinnen dingfest machen! Das ist ein Spass!
die leichte Schulter
an die Wange
halten
die hingehaltene
nie schlagen
claudia August 16th,2016
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„Eine treue Frau“ von Jane Gardam stellt mich vor ein Problem. Es ist ein Buch, das ich gut finden wollte. Ich hatte schon viel über die Schriftstellerin gehört und immer nur Gutes. Große Namen wie Jane Austen, Emily Brontë und Charles Dickens fallen in den Rezensionen. Aber mich hat das Buch enttäuscht.
„Eine treue Frau“ ist der zweite Teil einer Trilogie, die mit „Ein untadeliger Mann“ beginnt. Da es nicht als Fortsetzung, sondern als Perspektivwechsel angelegt ist – die Ehe wird hier aus Sicht der Frau beschrieben – habe ich gleich zu der Perspektive der Frau gegriffen.
Die Geschichte einer langen Ehe muss schon sehr gut erzählt werden, damit sie gute Literatur wird. Davon finde ich in diesem Text wenig. Die Sprache ist blass, die Figuren gewöhnungsbedürftig bis ärgerlich. Die Figur des kleinwüchsigen Anwalts Albert Loss durchgehend als unheimlichen, dämonischen Zwerg auftauchen zu lassen, ist übel. Zumal er für den Verlauf der Geschichte kaum von Bedeutung ist.
Mag sein, dass mich auch die Thematik der klassischen Dreiecksgeschichte in Verbindung mit dem melodramatischen Kinderbezug nicht anspricht.
claudia August 15th,2016
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Durch Snapchat verändert sich meine Sicht auf mich. Nur langsam lebe ich mich ein und schon sind andere dabei es zu verlassen und zu Instagram Stories zu wechseln.
Mir macht es immer noch großen Spaß auf Snapchat und langsam gewöhne ich mich daran, mich selbst zu betrachten.
Als introvertierte Frau konfrontiere ich mich nicht oft mit meinem äußeren Erscheinen. Ich bin so beschäftigt mit meinen Gedanken, mit Lesen, mit meinem Innenleben und muss meine mir verbleibende Aufmerksamkeitsspanne für das Äusserliche bei der Arbeit bis an den Anschlag belasten, dass für die Freizeit meine Priorität fast immer auf Intro eingestellt ist.
Mit snapchat ändert sich das ein bisschen. Vielleicht ist snapchat für mich das, was für andere PokemonGo ist?
Auf einem anderen Extro-Level, aber so ähnlich.
Womansart – ein wunderbares Blog über Werke von Künstlerinnen aus allen Kontinenten
Ich habe es über Twitter entdeckt. Es ist so faszinierend sich an purer Frauenkunst statt zusehen.
Früher war das Geld fleißig und hat für uns gearbeitet. Wisst ihr noch? Aber die Vokabeln in Zusammenhang mit dem Geld haben sich stark verändert.
Nicht die, die im persönlichen Umgang verwendet werden, sondern die in den Nachrichten.
Seit neuestem gilt ein anderes Wertesystem. Sparen heißt jetzt Geld horten. Geld muss jetzt geparkt werden, denn es ist seine Aufgabe zu fließen und wer parkt muss Parkgebühren – ach, was verschärfen wir das Vokabular doch gleich – muss Strafbebühren bezahlen.
In der Schule habe ich noch gelernt, dass der Unterschied zwischen einem demokratischen Land und einer Diktatur auch an seiner Nachrichtensprache zu erkennen sei. In der Freiheit kämen die Nachrichten wertfrei und sachlich daher. (Ja, so alt bin ich schon. In den 70er haben wir geglaubt die Erde wird schön.)
Zurück zum Geld. Die wertfreieste Sache überhaupt. Das Geld bereitet der schwäbischen Hausfrau langsam Schwierigkeiten, weil sie es dem Finanzminister nicht beibringen kann, dass so ein Staatshaushalt mit einer Schuldenbremse eine fatale Geschichte ist in schwierigen Zeiten.
Jetzt sieht sie sich auch noch mit Rufschädigung bedroht. Ihr ganzes Leben lang hält sie sich daran und versucht fleissig, ihr Geld für die Rente und die anderen komplizierteren Lebenszeiten beieinander zu halten und jetzt wird sie des Hortens bezichtigt und muss vielleicht die erste Strafgebühr ihres Lebens bezahlen.
Das wird schwer.
Und die Moral von der Geschichte ist: Folge deinen eigenen Werten.
Die musst du dann nicht so oft wechseln und wieder reinwaschen wie die aus Politik und Wirtschaft.
Über die Onleihe bin ich jetzt auch auf den Hörbuchgeschmack gekommen. Das erste Hörbuch, das ich mir auf diesem Weg auslieh, war Eisland.
Katharina Schüttler liest drei die Erzählungen „Eisland, Im Halbschatten meines Schädels und Tand“ aus dem Buch „Tand“ von Jenny Erpenbeck.
Es sind drei völlig unterschiedliche, düstere Geschichten. In „Eisland“ begegnen wir einer jungen Polin, die in einem heruntergekommen Hotel eine Unterkunft findet und in einer Fischfabrik arbeitet. Eine Geschichte, die um das Fremd sein und Fremd bleiben kreist.
„Im Halbschatten meines Schädels“ mutet an wie die Szenerie eines Thrillers. Erzählt wird aus der Sicht einer Frau, die Gefangene eines morbiden Ehepaares ist. Das Opfer nennt den sadistischen Mann ihren Geliebten und mir wird ganz kalt ums Herz.
Die dritte und letzte Geschichte beschreibt das Leben der Großmutter der Protagonistin. In Stücken, Fragmenten. Eine Geschichte über die Sprache und über Worte.
Ein Hörbuch für Menschen, die lyrische Erzählungen mögen.
Mike Rohde – Das Sketchnote Handbuch
Visuelle Notizen erstellen liegen im Trend. Um Notizen zu Vorträgen zu erstellen oder Ideen und Einfälle festzuhalten, sind Sketchnotes gut geeignet.
Ich habe mir das Sketchnote Handbuch angeschafft, um mir einen Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen und mir Anregungen zu holen, wie ich sie umsetzen könnte. Diese Anregungen finde ich hier ebenso wie die Vergewisserung, dass Sketchnotes keine Kunst sein müssen und trotzdem kreativ sein können.
Einen kleinen Übungsteil bietet das Handbuch auch an.
Verschweigen möchte ich nicht, dass es Geschmacksache ist, das ganze Handbuch im Sketchnote-Stil zu präsentieren. Auf mich wirkte es originell und -da ich vor allem auf der Suche nach Anregungen bin – auch überzeugend. Aber die Lesbarkeit leidet dadurch.
Die klassischen Layoutregeln haben durchaus ihre Berechtigung. Aber die wollen Sketchnotes auch nicht ersetzen.